Welche Baustoffe eignen sich zur Dämmung am und im Haus?

Welche Baustoffe eignen sich zur Dämmung am und im Haus?

Wer sein Haus dämmen will braucht Luft. Das klingt banal, stimmt aber, denn in fast allen Baustoffen entsteht die Dämmwirkung durch eingeschlossene Luft.

Energie sparen dank Wärmedämmung

Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung im Mai 2014, wurde vielen Hausbesitzern erst bewusst, welche Energieverluste sie bisher mit dem Eigenheim oder der vermieteten Immobilie erwirtschaftet haben. Hinzu kommt, dass die Wenigsten wissen, dass die neue Verordnung zum Nachrüsten verpflichtet, wenn in puncto Heizung und Wärmedämmung bisher nichts getan wurde. Zu diesem Ergebnis kam der „Marktmonitor Immobilien 2014“, eine Auftragsstudie des Immobilienportals immowelt.de.

„Die EnEV bedeutet für alle Hausbesitzer und Bauherren, sich verstärkt mit dem Thema Energieverbrauch in einem Gebäude auseinandersetzen zu müssen.“, so Dipl. Kfm. Stefan Richter, Fachberater für den Bereich Wärmedämmung bei baustoffe-ruhr.de. Auch wenn das für Bauherren und Hausbesitzer zunächst mit Kosten verbunden ist, so werden sich diese langfristig gesehen rechnen.

Was soll gedämmt werden?

Zunächst muss man sich entscheiden, welcher Gebäudeteil eine neue Dämmung bekommen soll. Gedämmt werden kann quasi vom Kellergeschoss bis zum Dach, sowie innen und außen. Erst dann geht es an die Auswahl der passenden Baustoffe. Die verschiedenen Dämmstoffe haben zwar alle die gleiche Aufgabe, sind aber in ihrer Beschaffenheit und den Eigenschaften doch unterschiedlich.

Definition Dämmwirkung
Der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient (kurz: U-Wert) gibt an, wieviel Wärme pro Quadratmeter durch ein Bauteil verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Wärmedämmung.

Mineralische Dämmstoffe haben vor allem den Vorteil, dass sie nicht brennbar sind. Außerdem sind diese Baustoffe diffusionsoffen. Das bedeutet, sie nehmen Feuchtigkeit auf, geben diese aber auch wieder ab und regulieren so das Raumklima. Hinzu kommt, dass mineralische Dämmstoffe sehr umweltfreundlich sind, da sie fast ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden.

Mineralische Dämmstoffe Einsatzgebiet
Glaswolle
  • Resistenz gegenüber Schimmel
  • guter Schallschutz
  • nicht brennbar
  • Fassadendämmung/Außenwanddämmung
  • Dämmung von Trennwänden
  • Dachdämmung
  • Zwischendeckendämmung
  • oberste Geschossdecken
Steinwolle
  • Resistenz gegenüber Schimmel und Ungeziefer
  • guter Schallschutz
  • sehr gute Dämmeigenschaften
  • Fußbodendämmung
  • Flachdachdämmung
  • Kellerdeckendämmung
  • Dämmung von Trennwänden
  • Außenwanddämmung
Blähton
  • hitzebeständig
  • sehr guter Schallschutz
  • nicht brennbar
  • Schüttdämmung für Holhräume
  • Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Filter- und Drainschüttungen
Schaumglas
  • verrottet nicht
  • wasserbeständig
  • frostresistent
  • Flachdachdämmung
  • Bodendämmung
  • Wanddämmung (innen)
  • Aufsparrendämmung (Dach)
  • Fassadendämmung
Perlit
  • nicht brennbar
  • mittelmäßige Wärmeleitfähigkeit
  • wasserabweisend
  • Hohlraumaufschüttung
  • Flachdachdämmung
  • Bodendämmung
  • Dämmung zwischen Hauswänden
  • Fassadendämmung
Calciumsilikat
  • Innendämmung (Altbau)
  • Bodendämmung
  • Deckendämmung

Synthetische Dämmstoffe

Bei den synthetischen Dämmstoffen handelt es sich um “künstlich” hergestellte Baustoffe, deren Rohstoff hauptsächlich Erdöl ist. Der Vorteil gegenüber natürlichen Dämmstoffen ist die höhere Dämmwirkung. Synthetische Dämmstoffe sind die am meisten verwendeten Baustoffe zur Wärmedämmung in Deutschland.

Synthetische Dämmstoffe Einsatzgebiet
Polystyrol-Hartschaum (EPS)
  • umgangssprachlich Styropor
  • preisgünstig
  • geringe Wärmeleitfähigkeit
  • Flachdachdämmung
  • Bodendämmung
  • Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Fassadendämmung
  • Aufsparrdämmung (Dach)
Polystyrol-Hartschaum (XPS)
  • hohe Druckstabilität
  • unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit
  • verrottet nicht
  • Flachdachdämmung
  • Bodendämmung
  • Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Außenwanddämmung
Polyurethan
  • geringe Dämmstoffdicke
  • hohe Dämmwirkung
  • hohe Druckfestigkeit
  • unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit
  • Bodendämmung
  • Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Fassadendämmung
  • Aufsparrdämmung (Dach)
Aerogel
  • platzsparend
  • gute Schalldämmung
  • hohe Dämmleistung
  • Innendämmung
  • Dämmung von Dachluken
  • Fensterlaibung
  • Terassendämmung
  • Dämmung an Rolladenkästen
Penolharz
  • geringe Wärmeleitfähigkeit
  • Wärmedämmung abhängig von der Materialstärke
  • platzsparend
  • Innendämmung (Wand)
  • Außendämmung Dachschräge
  • Dämmung der obersten Etage
  • Dämmung der Kellerdecke
  • Dämmung an Rolladenkästen
Vakuum Dämmstoff
  • Einsatz zur Isolierung
  • platzsparend
  • gute Druckfestigkeit
  • Flachdachdämmung
  • Fensterlaibung
  • Heizkörpernischen
  • Innendämmung (Wand)

Neben den mineralischen und den synthetischen Baustoffen müssen auch noch die natürlichen Dämmstoffe erwähnt werden. Wer ökologisch denkt, greift darauf zurück. Naturmaterialien wie Holzwolle, Flachs oder Hanf stehen den mineralischen und synthetischen Baustoffen in puncto Wärmeschutz in nichts nach. Sie sind dafür aber ökologisch verträglicher. Es gibt also ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Ihr Haus ausreichend zu dämmen. Wichtig ist, dass Sie sich vor dem Kauf der jeweiligen Baustoffe genau informieren und die Vor- und Nachteile abwägen. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.


Bildnachweise: © MIGUEL GARCIA SAAVED - Fotolia.com

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