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Igel im Garten: So gestalten Sie einen igelfreundlichen Garten

Igel im Garten: So gestalten Sie einen igelfreundlichen Garten

Wer im Herbst das Laub liegen lässt, mit Hecken und Sträuchern Versteckmöglichkeiten schafft und nicht an jeder Pflanze zupft, der kann sich über die Anwesenheit von einem Igel im Garten freuen. Die putzigen Gesellen begeben sich nachts auf Streifzug durch Ihren Garten und suchen nach Nahrung. Tipps, wie Sie den Tieren durch den Winter helfen und worauf Sie im Sommer achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber.

1. Warum Igel nützlich sind

Igel sind Säugetiere, die auf vielen Kontinenten vorkommen und alle eins gemeinsam haben: Stacheln. Die Stacheln dienen den Tieren dabei zur Abwehr von Feinden.

Droht Gefahr, rollt sich der Igel zusammen, sodass er eine Kugel ist. Auf diese Weise schreckt der pieksige Geselle Angreifer ab.

Igel selbst sind friedliche Tiere, die es zu schützen gilt. Als praktische Helfer gegen lästige Insekten machen sie sich im Garten nützlich. Damit umfasst der Lebensraum von Igeln nicht nur Wälder, sondern er lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zu menschlichen Behausungen.

Wer eine Igelfamilie im Garten beherbergt, hat in der Regel kein Problem mit Schnecken in seinen Beeten. Da die Stachelkandidaten ausschließlich Insekten fressen, lassen sie Obst und Gemüse komplett in Ruhe. Mit einem Igel im Garten brauchen Sie somit keine Nachteile befürchten und auch nicht Ihren Salat gegen gefräßige Nacktschnecken verteidigen.

Das steht auf der Nahrungsliste von Igeln:

  • Schnecken
  • Spinnen
  • Käfer
  • Würmer
  • Larven

2. So locken Sie Igel an

Gut zu wissen
Ein Igel im Garten trägt zum Gleichgewicht der Natur bei. In Symbiose mit dem Menschen sorgen die Tiere für einen schädlingsfreien Garten.

Um Igel anzulocken, brauchen Sie einen igelfreundlichen Garten. Wie der aussieht, erklären wir Ihnen nachfolgend. Beginnen Sie damit, nicht mehr jeden Winkel in Ihrem Garten komplett aufzuräumen.

Schneiden Sie Hecken und Sträucher weniger zurück und gestalten Sie einen geeigneten Unterschlupf für die stacheligen Tiere. Besonders im Herbst bietet es sich an, das Laub nur leicht zusammenzukehren und in einer Ecke aufzuschichten. Auf diese Weise findet der Igel ein warmes Winterquartier für seinen Winterschlaf.

Alternativ können Sie auch ein geeignetes Igelhaus aufstellen. Nehmen Sie es außerdem mit dem Rasenschnitt im Sommer nicht zu genau, sodass der Igel sich darin verstecken kann.

Zusätzlich bietet ein Stück wilde Wiese auch eine gute Nahrungsgrundlage für die kleinen Gesellen. Ein igelfreundlicher Garten bietet den Tieren stets ruhige Rückzugsmöglichkeiten und ein passendes Nahrungsangebot.

3. So sorgen Sie am besten für Igel im Garten

Igel im Laub.

Igel fühlen sich besonders in einem naturnahen Garten wohl.

Wer einen Igel im Garten hat, weiß oftmals nicht genau, welche Bedürfnisse die Tiere haben. Um die Tiere vor Schäden zu bewahren, sollten Sie einige Tipps beherzigen.

Informieren Sie sich, wie und wann Sie Igel füttern sollten und welche weiteren Maßnahmen zum Igelschutz angebracht sind.

3.1. Schützen Sie den Igel vor Verletzungen

Für Menschen sind technische Errungenschaften oft eine Erleichterung. Unzählige elektrische Gartenhelfer summen und rotieren über das Blattwerk von Hecken und Rasenflächen.

Dabei stellen besonders Mähroboter eine tödliche Gefahr für Igel dar. Das messerscharfe Schneidewerkzeug fügt den Tieren schwerwiegende Verletzungen zu, sodass diese schließlich daran verenden.

Obwohl die moderne Technik mit allen Feinheiten ausgestattet ist, erkennt sie den Igel auf der Wiese nicht als Hindernis. Zusammengerollte Igel werden von den Maschinen einfach überfahren. Einzige Maßnahme zum Schutz der liebenswerten Gesellen bleibt an dieser Stelle, den Mähroboter, wenn überhaupt, nur unter Ihrer Aufsicht zu nutzen.

3.2. Bauen Sie dem Igel einen Unterschlupf

Igel mögen geschützte Rückzugsorte, an denen sie ihre Jungen zur Welt bringen oder Winterschlaf halten können. Um dem Igel einen sicheren Platz zu bieten, der auch jeder Witterung standhält, können Sie am besten ein Igelhaus bauen.

Besorgen Sie sich eine stabile Holzkiste, die an allen Seiten geschlossen ist. Drehen Sie die Kiste auf den Kopf und sägen Sie aus einer der beiden länglichen Seiten eine Tür aus.

Positionieren Sie das Schlupfloch nicht mittig, sondern am Rand der Holzkiste. Insgesamt sollte der Durchgang ca. 10 cm hoch und 10 cm breit sein, damit keine weiteren Tiere wie Katzen hindurchpassen. Wer geschickt ist, zieht innen noch eine Zwischenwand ein, die ebenfalls eine 10 x 10 cm breite Öffnung enthält.

Igelhaus mit Igel.

Ein selbstgebautes Igelhaus dient den Tieren als Winterquartier.

So ist die Igelhöhle fast perfekt. Um das Igelhaus gegen Feuchtigkeit zu schützen, können Sie es mit etwas Dachpappe abdecken.

Füllen Sie zuletzt Stroh und trockenes Laub in den Unterschlupf, sodass der Igel sein behagliches Winterquartier sofort beziehen kann.

4. Igelfreundlicher Garten: Was Sie noch tun können

Damit sich der Igel in Ihrem Garten rundherum wohlfühlt, haben wir in unserer Tabelle noch weitere Informationen zusammengestellt.

Ihre Maßnahme Beschreibung
Wasserstelle einrichten
  • Jedes Lebewesen braucht Wasser. Stellen Sie auch der Tierwelt in Ihrem Garten das kühle Nass zur Verfügung. Reinigen Sie die Wasserschale regelmäßig und füllen Sie stets frisches Wasser nach.
  • Am besten eignen sich ein flacher Untersetzer oder eine Tonschale, die auf den Boden gestellt werden. Wenn Sie einen Gartenteich haben, führen Sie einen Holzsteg vom Rand schräg ins Wasser. Somit fällt der Igel nicht hinein und ertrinkt.
Verzichten Sie auf Chemie
  • Für einen igelfreundichen bzw. generell naturnahen Garten sollten Sie komplett auf den Einsatz von Chemie verzichten. Jegliche Schädlings- oder Unkrautbekämpfungsmittel zerstören das Ökosystem und entziehen nützlichen Insekten die Nahrungsgrundlage.
  • Auch der Einsatz von chemischem Dünger oder Schneckenkorn ist nicht ratsam, wenn Sie einen Igel im Garten haben. Mit dem Stacheltier haben Sie sogar den besten Schutz vor Schnecken, da dieser sich von den Kriechtieren ernährt.

Igel vertragen übrigens keine Milch. Im Gegenteil, den vorhandenen Milchzucker können Igel nicht abbauen, sodass sie davon Durchfall bekommen und verenden.

5. Sollten Igel gefüttert werden?

Igel füttern.

Füttern Sie Igel mit gutem Nassfutter für Katzen.

In der Regel finden Igel allein genug Nahrung, sodass Sie nicht zufüttern brauchen. Da Igel jedoch kein schmackhaftes Futter liegen lassen, erwecken sie oft den Eindruck, dass sie auf menschliche Futterstellen angewiesen sind.

Doch das Füttern hat unter Umständen fatale Folgen. Wird ein Igel zu stark gefüttert, verlernt er die eigenständige Nahrungssuche, die zum Überleben so wichtig ist.

Außerdem kann eine falsche Ernährung zu Mangelerscheinungen führen, schlimmstenfalls sogar zum Tod der Tiere.

6. FAQ zum Thema Igel füttern

Wann eingreifen und den Igel füttern?

Bemerken Sie, dass ein Tier zu geschwächt ist und im Spätherbst noch unter 600 g wiegt, sollten Sie dem Igel mit Futter helfen.

Nur wenn die stacheligen Gesellen ein Gesamtgewicht von knapp 1 kg auf die Waage bringen, kommen sie gut durch den Winterschlaf.

Welches Futter ist geeignet?

Bieten Sie den Tieren kein rohes Hackfleisch und kein rohes Ei an oder gar menschliche Nahrung wie Brot, Reis und Nudeln an.

Greifen Sie stattdessen lieber zu einem hochwertigen Nassfutter für Katzen, da dieses den Bedürfnissen der Tiere am meisten entspricht.

7. Weiterführende Literatur zum Igelgarten

Igel im Garten (Mein Garten): Helfen Pflegen Beobachten
  • Monika Neumeier
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 2 (07.06.2018)
  • Taschenbuch: 80 Seiten

Igel im Garten (Mein Garten): Helfen Pflegen Beobachten
  • Monika Neumeier
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 1 (06.08.2014)
  • Taschenbuch: 80 Seiten

Igel ganz nah: Wie er lebt & wie man ihn schützen kann (BLV)
  • Martina Gehret
  • Herausgeber: BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

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