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Kann man zu viel trinken? Das steckt hinter dem Mythos

Kann man zu viel trinken? Das steckt hinter dem Mythos

Dass es möglicherweise schädlich ist, zu wenig Wasser zu trinken, wissen viele Menschen. Doch kann man zu viel trinken? Wir erklären in unserem Ratgeber, was hinter dem Mythos Tod durch Wasser steckt. Außerdem erklären wir, was es mit dem Begriff Wasservergiftung auf sich hat.

1. Die Funktion von Wasser im Körper

Wenn es um die Flüssigkeitszufuhr beim menschlichen Körper geht, spielt Wasser trinken beziehungsweise der Konsum von Wasser eine besondere Rolle. Der Mensch besteht ungefähr aus 60 Prozent Wasser und benötigt eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme. Ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig, um alle Organe und anderen Körperteile mit Flüssigkeit zu versorgen.

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Außerdem transportiert Wasser Nährstoffe zu den Körperzellen und schwemmt Giftstoffe aus dem menschlichen Körper heraus. Das geschieht in Form von Urin. Dieser entsteht, wenn die Nieren Schadstoffe aus dem menschlichen Körper herausfiltern. Daher hat Wasser trinken eine besonders hohe Bedeutung für den menschlichen Organismus. Ohne Wasser könnten wir nicht gesund leben oder gar überleben.

Wasser in einem Glas.

Generell gilt viel Wasser trinken als gesund.

„Viel Wasser trinken ist gesund.“ – Das ist die landläufige Meinung, wenn es um die Aufnahme von Wasser geht. Demnach ist ein ausreichender Konsum von Wasser nicht nur lebenswichtig für unseren Körper, sondern hat noch weitere wichtige Funktionen:

  • verhindert, dass der Körper austrocknet
  • steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns
  • unterstützt den menschlichen Stoffwechsel
  • hilft beim Verbrennen von Kalorien
  • sorgt für einen Temperaturausgleich im Körper
  • beseitigt das Durstgefühl des Menschen

Damit erscheint es nur logisch, dass es besser ist, mehr Wasser als zu wenig Wasser zu trinken. Doch kann man auch zu viel Wasser trinken?

2. Ist zu viel trinken schädlich für die Gesundheit?

Gut zu wissen
Nicht nur pures Wasser, auch andere Getränke wie Tee oder Saft weisen einen hohen Wassergehalt auf. Der Konsum dieser Getränke zählt in der Regel zur Flüssigkeitszufuhr dazu.

Den vielen Ratschlägen, die sich allesamt darum drehen, soviel Wasser wie möglich zu konsumieren, steht eine andere Auffassung gegenüber: Einige Seiten im Netz warnen vor zu viel Flüssigkeitsaufnahme, das dies schädlich für die Gesundheit ist. In einigen Fällen wird sogar gesagt, dass man von zu viel trinken auch sterben kann. Doch was ist wirklich dran an diesem Mythos?

3. Mythos Wasservergiftung: Warum zu viel Wasser trinken angeblich schädlich ist

Dass zu viel Wasser trinken schädlich ist, verbreitet sich seit dem Tod einer jungen Amerikanerin im Jahr 2007 rasant. Nach einem Wettkampf, bei dem es darum ging, so viel Wasser wie möglich in einer extrem kurzen Zeit zu trinken, ist besagte Person an einer sogenannten Wasservergiftung gestorben.

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Frau hält ein Glas mit Wasser.

Dass zu viel Wasser trinken schädlich für die Gesundheit ist, kommt selten vor.

Der Begriff Wasservergiftung steht für den medizinischen Fachausdruck Hyperhydration und beschreibt eine Überwässerung des Körpers. Dabei reichert der menschliche Körper so viel Wasser an, dass es zu einem Aufquellen des Gehirns und anderer Organe wie zum Beispiel der Leber kommt. Im Zuge dessen besteht die Gefahr, dass das Gehirn aufgrund der erhöhten Wasserzufuhr zu sehr an Volumen gewinnt und sich ausdehnt.

Eine solche Hirnschwellung aufgrund vermehrter Flüssigkeitseinlagerung wird in der Medizin als Hirnödem bezeichnet. Die Folgen dieser Schwellung äußern sich zunächst in starken Kopfschmerzen, gepaart mit Übelkeit und Erbrechen. Schließlich wird der menschliche Körper nicht mehr Herr über die Lage, sodass der Betroffene im Koma landet. Zuletzt versagen alle lebenswichtigen Funktionen und der Patient stirbt.

Die junge Frau hatte Informationen zufolge bei dem Wettkampf innerhalb von wenigen Stunden fast acht Liter Wasser getrunken, ohne dabei zwischenzeitlich eine Toilette aufzusuchen.

3.1. Das passiert bei einer Hyperhydration mit dem Körper

Wer in zu kurzer Zeit große Mengen Wasser trinkt, bringt den Salzhaushalt seines Körpers durcheinander. Das ist besonders bei Ausdauersportlern der Fall, die während ihres Trainings viel schwitzen. Damit verlieren Sie über die Schweißproduktion nicht nur Körperflüssigkeit, sondern auch viele wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente.

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Der gute Glaube, diesem Flüssigkeitsverlust müsste durch eine erhöhte Wasseraufnahme entgegengewirkt werden, birgt jedoch ein gefährliches Risiko. Durch den Verlust von lebenswichtigen Mineralstoffen und einer unzureichenden Versorgung mit neuen Spurenelementen sinkt der Natrium-Spiegel durch das Schwitzen beim Sport besonders ab. In der Medizin wird dieser Zustand als Hyponatriämie bezeichnet und beschreibt einen zu niedrigen Natriumgehalt im Blut.

Werden dem menschlichen Körper in so einem Fall auch noch zusätzliche Mengen Wasser zugeführt, verdünnen sich die restlichen Nährstoffe im Blut zusätzlich. Um nicht noch mehr Mineralstoffe zu verlieren, schaltet der menschliche Organismus auf Sparflamme um und versucht, keinen Urin mehr zu produzieren. An dieser Stelle ist der Mineralienhaushalt des Körpers schon empfindlich gestört und es kommt zu einer Überwässerung.

Diese wird begleitet von Funktionsstörungen des Gehirns, die sich zunächst durch Muskelzittern und weitere Krampfanfälle äußern. Werden Betroffene in diesem Stadium nicht umgehend mit Hilfe von hypotoner Kochsalzlösung behandelt, droht auch hier die Gefahr von einem Koma.

3.2. Zur Gefahr einer Wasservergiftung: Die Ausgangssituation ist nicht vergleichbar

Mann trinkt Wasser beim Sport.

Beim Sport und beim Abnehmen kommt es besonders auf das richtige Trinkverhalten an.

Bei den meisten Fällen, in denen Menschen in der Vergangenheit eine Wasservergiftung erlitten haben, handelte es sich um Sportler wie Marathonläufer oder Triathleten, die ihren Körper beim Sport auf die oben beschriebene Art überfordert haben. Auch die Situation der jungen Frau, die bei dem Wettkampf große Mengen Wasser in extrem kurzer Zeit zu sich nahm, ist kaum vergleichbar mit einem normalen Trinkverhalten.

Was hier umgangssprachlich als Wasser exen betitelt werden kann und hauptsächlich bei sogenannten Wetttrinken veranstaltet wird, stellt eine Ausnahmesituation dar. Normalerweise kommt kein Mensch auf die Idee, am Tag so viel Wasser aufzunehmen, dass er damit ständig über seinen Durst trinkt. Wissenschaftler halten zudem auch weniger die eigentliche Flüssigkeitsmenge für dramatisch, sondern weisen stark auf das falsche Trinkverhalten hin. Damit kommt es also darauf an, in welcher Situation man wie viel Flüssigkeit pro Tag aufnimmt.

4. Das richtige Trinkverhalten ist wichtig

Zu wenig trinken ist oft ein Problem und zu viel Wasser auf einmal ist auch nicht richtig. Unsere Tabelle zeigt Ihnen Tipps für das richtige Trinkverhalten.

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Tipp Beschreibung
empfohlene Trinkmenge
  • Viele Ärzte empfehlen mindestens 2 Liter pro Tag.
  • Sie können aber auch mehr Wasser trinken.
  • Trinken Sie immer dann, wenn Sie Durst haben.
  • Trinken Sie stets über den Tag verteilt.
Flüssigkeitszufuhr beim Abnehmen
  • Verzichten Sie nicht auf ausreichendes Trinken.
  • Gleichen Sie weniger Nahrung nicht ständig mit Wasser aus.
  • Trinken Sie nicht nur Wasser beim Abnehmen.
  • Nutzen Sie auch Getränke wie Tee und Saft, um mehr Nährstoffe zu erhalten.
Trinkverhalten beim Sport
  • Ersetzen Sie Wasserverlust beim Schwitzen nicht komplett 1:1.
  • Verzichten Sie auf übermäßiges Trinken beim Sport.
  • Achten Sie unbedingt auf Ihren Natriumhaushalt.
  • Gleichen Sie Ihren Salzhaushalt über die Ernährung wieder aus.

Lassen Sie sich zum richtigen Trinkverhalten in Extremsituationen wie beim Sport und beim Abnehmen am besten individuell von einem Facharzt beraten.

5. Nicht zu viel und nicht zu wenig, aber ausreichend Wasser für unterwegs

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