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Geschwisterliebe: Mit diesen Tipps stärken Sie die Beziehung zwischen Geschwistern

Geschwisterliebe: Mit diesen Tipps stärken Sie die Beziehung zwischen Geschwistern

Geschwister haben, ist Fluch und Segen zugleich. Normalerweise lieben Geschwister sich, doch die Rivalität in der Kindheit kann unter Umständen beachtlich sein. Geschwisterliebe ist daher ein Thema, das in den meisten Familien aktuell ist. Was genau ist eigentlich Geschwisterliebe und inwieweit können Eltern die Liebe unter Geschwistern vielleicht sogar fördern? In unserem Ratgeber möchten wir Ihnen wichtige Fakten zum Thema Geschwisterliebe vermitteln und Ihnen zeigen, was Sie tun können, damit sich Ihre Kinder gut verstehen.

1. Geschwisterliebe: Eine besondere Bindung

Das Statistische Bundesamt besagt, dass etwa 81 Prozent der Kinder, die 10 Jahre alt sind, mit Geschwistern aufwachsen. Viele Experten der Psychologie beschäftigen sich mit dem Thema Geschwisterliebe, denn es gibt keine andere Beziehung, die so stark von einer Hassliebe geprägt ist, wie die Liebe unter Geschwistern.

Es bleibt nicht aus, dass Geschwisterliebe auch immer mit Geschwisterhass verbunden ist. Auch wenn Eltern davon Abstand halten sollten, kommt es immer wieder dazu, dass Kinder miteinander verglichen werden. Auch so kommt es in vielen Lebenssituationen zu Rivalitäten zwischen Geschwistern. Wenn die Eltern dabei nicht aufpassen, dann entstehen Eifersucht und Aggressionen. Und schlimmstenfalls geht es so weit, dass die Konflikte unter erwachsenen Geschwistern immer noch bestehen und ein langwieriger Geschwisterstreit entbrennt.

2. Wieso kommt es zu Geschwisterhass?

Geschwister streiten

Geschwister streiten hin und wieder – das gehört dazu.

Es ist schwer, wenn Sie zwei Kinder gleichzeitig aufziehen. Auch wenn Sie sich Mühe geben, bleibt es nicht aus, dass Sie die Kinder miteinander vergleichen und Rivalitäten aufkommen. Eifersucht ist vor allen dann ein Problem, wenn ein Einzelkind erst nach einigen Jahren mit einem Geschwisterchen überrascht wird.

Dadurch verändert sich das komplette Leben und die Mutter wird sich insbesondere nach der Geburt vorrangig um den Säugling kümmern. Das wiederum führt bei dem ersten Kind zu Wut, Traurigkeit und weiteren negativen Gefühlen. Die werden automatisch auf das Geschwisterchen projiziert. Auf diese Weise entsteht ein Teufelskreis, den Sie jedoch mit ein bisschen Vorbereitung und Geschick umgehen können.

3. Liebe unter Geschwistern: Von Anfang an eine Bindung herstellen

Fakt ist, dass ein neues Familienmitglied eine große Umstellung bedeutet. Da ist es keine Seltenheit, dass das Geschwisterkind schon in der Schwangerschaft mit Eifersucht und Aggressionen reagiert.

Damit daraus kein Geschwisterhass entwächst, müssen Sie sehr behutsam sein und Ihr Kind auf das Geschwisterchen vorbereiten. Sprechen Sie gemeinsam mit dem Baby oder setzen Sie sich alle zusammen an einen Tisch und gehen Sie Namensvorschläge durch. Es ist immens wichtig, dass Sie das Geschwisterkind in so viele Prozesse einbeziehen, wie es möglich ist. Somit kann Liebe unter Geschwistern sich bereits während der Schwangerschaft entwickeln. 

Gut zu wissen
Wenn Sie auf der Suche nach einer thematisch passenden Lektüre sind: Theodor Fontane brachte eine Novelle mit dem Titel „Geschwisterliebe“ heraus. In diesem Werk geht es um die treusorgende Clara, die nach dem Tod ihrer Eltern alleine für ihren blinden Bruder Rudolph sorgte.

Direkt nach der Geburt entsteht ein kritischer Moment. Das Geschwisterchen lernt nämlich, dass es nicht mehr der Mittelpunkt im Familienleben ist.

Insbesondere die Mutter entzieht sich am Anfang und kümmert sich um den Säugling. Das ist vollkommen normal, muss jedoch ganz klar und offen kommuniziert werden. Immerhin ist dieser Zeitpunkt enorm wichtig, wenn es um die Schwesternliebe und Bruderliebe geht.

Sorgen Sie dafür, dass das Geschwisterkind keine Eifersucht gegenüber dem Neugeborenen entwickelt. Verbringen Sie unbedingt auch Zeit alleine mit dem Erstgeborenen. Und sorgen Sie dafür, dass das Familienleben weitestgehend gemeinsam stattfindet. Auf keinen Fall sollten Sie das erstgeborene Kind ausschließen, denn so würden Sie nur Aggressionen und Eifersucht fördern.

Wie Sie das Geschwisterchen auf den Nachwuchs vorbereiten, zeigt auch das nachfolgende Video:

4. Geschwisterliebe fördern: Tipps für eine bessere Bindung unter Geschwistern


Erstgeborene haben tatsächlich unter Geschwistern zu leiden. Denn sie müssen auf einmal hinnehmen, dass sie nicht mehr der Mittelpunkt der Familie sind. Da ist es nur logisch, dass die Eltern in hohem Maße dafür verantwortlich sind, dass die Kinder sich gut verstehen.

Machen Sie sich in diesem Zusammenhang aber frei von Perfektion. Auch wenn Sie es sich wünschen – es ist nicht möglich, dass Sie Geschwister zu 100 Prozent gleich behandeln. Dennoch sollten Sie stets wachsam sein und ein Auge darauf haben, dass Sie keine großen Unterschiede zwischen Bruder und Schwester machen. Schwesternliebe oder Bruderliebe kann nur dann funktionieren, wenn beide Geschwister eine ähnliche Erziehung genießen.

Grob sollten Sie hierbei auf folgende Punkte achten:

  • Stellen Sie Regeln auf, die zum Ziel haben, dass stets ein respektvoller Umgang in der Familie herrscht. Das betrifft nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern.
  • Stärken Sie das Zusammengehörigkeitsgefühl, indem Sie viele Rituale in das Leben einbauen.
  • Sorgen Sie für mehr Geschwisterliebe, indem Sie viele Unternehmungen planen.
  • Vermeiden Sie es unbedingt, Vergleiche zwischen Bruder und Schwester aufzustellen. Das führt zu Rivalitäten.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Kinder gemeinsame Erfolgserlebnisse haben – beispielsweise beim Spielen.
  • Seien Sie immer ein gutes Vorbild und pflegen Sie selbst ein gutes Verhältnis zu Ihren Geschwistern.

5. Liebe unter Geschwistern stärken und fördern

Zwei Schwestern verbringen zusammen Zeit

Eine gute Bindung zwischen Geschwistern hält ein Leben lang und ist besonders.

Im Alltag als Familie gibt es viele kritische Situationen unter Geschwistern. Das kann aber auch gut sein – denn es handelt sich immer auch um Chancen, wie Sie die Geschwisterliebe fördern und aufbauen können. Ein paar Beispiele haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Konflikte
    Mag die Liebe unter Geschwistern noch so groß sein, wird immer wieder Konflikte geben. Streit und Raufereien gehören einfach dazu. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass die Beziehung der Kinder darunter nicht leidet. Wenn eine gewisse Zeit vergangen ist, sollten sich die Geschwister unbedingt vertragen und lernen, dass ein Streit kein Weltuntergang ist.
  • Zuneigung aufbauen
    Mit lieben Worten lässt sich eine Beziehung fördern oder aufbauen. Ermutigen Sie Ihren Nachwuchs dazu, sich morgens freundlich zu begrüßen und sich abends eine gute Nacht zu wünschen.
  • Teamwork
    Um eine gute Geschwisterbindung zu schaffen, ist Teamarbeit entscheidend. Ermutigen Sie die Kinder gerne dazu, dass sie zusammen etwas unternehmen. Vielleicht überlegen Sie sich einen Ausflug oder eine Unternehmung, bei der die Eltern nicht unbedingt dabei sein müssen.
  • Positive Bestärkung
    Kinder sind nicht unbedingt immer so aufmerksam und wachsam, wie es bei einem Erwachsenen der Fall ist. Daher können Sie die Zuneigung der Kinder untereinander positiv bestärken. Weisen Sie die Schwester beispielsweise darauf hin, wenn der Bruder gerade etwas Nettes für sie getan hat.
  • Geheimnisse
    Eltern möchten natürlich alles wissen. Lassen Sie den Kindern jedoch die Chance, zu einer Einheit zu werden. Kleine Geheimnisse unter Geschwistern sind enorm wichtig, um eine Bindung aufzubauen.

6. Weiterführende Literatur zur Geschwisterliebe

Außergewöhnlich: Geschwisterliebe (A little extra / by Conny Wenk)
  • Conny Wenk
  • Herausgeber: Neufeld Verlag
  • Gebundene Ausgabe: 126 Seiten

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder
  • Nathalie Klüver
  • Herausgeber: TRIAS
  • Auflage Nr. 1 (25.10.2017)
  • Taschenbuch: 144 Seiten

Geschwister als Team: Ideen für eine starke Familie. Ein artgerecht-Buch
  • Nicola Schmidt
  • Herausgeber: Kösel-Verlag
  • Auflage Nr. 3 (29.10.2018)
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten

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