Mit Sekundenkleber Wunden kleben?

Mit Sekundenkleber Wunden kleben?

Ein Sekundenkleber eignet sich für das schnelle Zusammenkleben von ganz unterschiedlichen Materialien. Natürlich denkt man dabei als erstes ans Basteln oder an kleinere Reparaturen im Haushalt. Doch der Sekundenkleber könnte durchaus auch Bestandteil einer guten Hausapotheke sein, denn er kann noch weitaus mehr.

Der Hauptbestandteil des Sekundenklebers, das Cyanacrylat, kann sogar zum Verkleben von Wunden verwendet werden.

Wer schon einmal Sekundenkleber auf den Fingern hatte, der weiss um die enorme Klebkraft dieses Mittels. Deshalb kann man mit Sekundenkleber auch optimal klaffende Wunden behandeln.

In Amerika wurde der Sekundenkleber deshalb bereits im Jahr 1998 für die Wundbehandlung zugelassen. Wichtig ist jedoch, dass es sich um Cyanacrylat handelt, denn auf dem Markt gibt es auch zahlreiche Power-Kleber mit anderen Inhaltsstoffen. Auf keinen Fall sollte der Kleber ins Auge gelangen, zum Ablösen von der Haut verwendet man am besten warmes Seifenwasser.

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Bildnachweise: © Pixelot - Fotolia.com

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Gafner am 15.02.2010

Das mit dem Sekundenkleber (Cyanoarylat) funktioniert recht gut. Ich selber habe mich mal geschnitten und da man die Wunde nicht gut nähen konnte weil die Schnittstelle zwischen Zeige-und Mittelfinger lag. Die Arztin entschied sich für die Klebvariante. Allerdings war es ein extra Medizinal Klebstoff. Der Vorteil für mich war dass nach der Heilung keine Fäden mehr entfernt werden mussten. Seither habe ich einige kleinere Verletzungen selber geklebt. Mann sollte jedoch darauf achten dass der Klebstoff nicht direlt in die Wunde kommt. Nur dünn auftragen.

bara am 14.06.2011

Immer darauf achten, welche Zusatzstoffe der Kleber noch enthält! Habe Hobby-bedingt immer Zap-A-Gap mit, er enthält einen Zusatzstoff, der Hautreizungen hervorrufen kann.

Claudi am 22.10.2011

Also ich halte diesen Tipp für sehr bedenklich!!! Wunden werden nicht umsonst beim Arzt erst einmal gereinigt und desinfiziert. Auch der dort verwendete Klebstoff ist sicherlich medizinischer Herkunft.

Alex am 14.06.2012

Zum Tehma Klebstoff "aus medizinischem Bereich"... Cyanacrylatkleber aus dem industriellen Bereich sind sauber und technisch rein. Klebstoffe aus dem Hobbyberiech (mit Zusatzstoffen zur Veränderung der Fließfähigkeit oder den Aushärtungseigenschaften) sind da etwas problematischer. Grundsätzlich unterscheiden sich Cyanacrylatkleber aus dem "medizinischen Bereich" von "technischen" im Preis und in der Zertifizierung. Beide kommen in aller Regel aus dem selben Werk, aus dem selben Tank und werden auf die gleiche Weise abgefüllt. Der medizinische Klebstoff kostet allerdings ungefähr das zehnfache. Ach ja: der erforderliche Reinheitsgrad für medizinische Produkte ist wesentlich geringer als der für technische. Da eine gesonderte Systhese oder Raffination mit niedrigerem Reinheitsgrad für den medizinischen Bereich allerdings nicht wirtschaftlich wäre, produziert der Hersteller techniche Reinheitsgrade, und füllt auf zwei Anlagen ab. Eine davon ist für Produkte zur Verwendung im medizinischen Bereich zugelassen. Dies zieht sich durch die gesamte Welt der Industrie: Gase (beispielsweise Sauerstoff oder Stickstoff), Silikone (ja, das Zeug aus den Implantaten gibts noch woanders, man spricht hier von Werkstoffen auf Silikonbasis und/oder Silikonkautschuken), Klebstoffe, etc.. Bei Chemikalien und Reagenzien verhält es sich genau gleich. Egal, ob Natriumhydroxid (Natronlauge) als Reinstoff oder Bariumcarbonat. Für den Techniker ist der medizinische Reinheitsgrad meist völlig unbrauchbar (obwohl zigfach so teuer wie der technische Reinheitsgrad, aber das macht die Zertifizierung). Bei Kupfer(II)-Oxid liegen wir bei den Anforderungen für die medizinische Verwendung beispielsweise bei 98%. Das ist für technische Anwendungen nicht zu gebrauchen (ein Verfahrenstechniker bei mir in der Firma meinte mal "da kannst ja auch gleich ne Schaufel Dreck reinwerfen). Beispielsweise für die Supraleiterproduktion werden 99,999% Reinheit oder mehr benötigt. Obgleich der technische Reinheitsgrad weit höher ist bezahle ich einen Marktpreis von ca. 23€ je kg. Kaufe ich gleichen Reinstoff für die medizinische Anwendung, muss ich ca. 180€ je kg berappen. Dabei ist in diesem Fall übrigens noch ein Gehalt von 0,05%Pb (Blei - ein giftiges Schwermetall) zugelassen. Bei Klebstoffen ist das ähnlich. Besondes im Fall von Cyanacrylatklebern benötige ich hohe Bindungskräfte, bzw. einen sehr, sehr sauberen Werkstoff. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster, und behaupte, dass industriell eingesetzter Cyanacrylatkleber genauso zum Verschließen von Schnitten (nicht offenen Wundflächen, da bin ich überfragt) eingesetzt werden kann, wie der aus dem "medizinischen Bereich", da er weder anders hergestellt, noch anders abgefüllt wird.

Bernd Neumann am 05.01.2015

Wie schon angedeutet, ist oftmals industriell und medizinisch das gleiche Produkt in anderer Verpackung. Richtig ist auch, daß der Unterschied meist in der Zertifizierung liegt. All die Nachweise und Bescheinigungen machen das Produkt dann am Ende teurer, obwohl das Gleiche drin ist. Bedenklich ist der Tip nicht. Wer etwas recherchiert findet genügend Hinweise auf Cyanacrylat zum Erste-Hilfe Einsatz - gerade bei bösen Schnittwunden (Äußere oberflächliche Anwendung zum Wundverschluß). Im medizinischen Einsatz ist heute sehr weit verbreitet der Firbinkleber, der auch im Gewebe und innerhalb des Körpers Einsatz findet. Allerdings ist auch dieser 'bedenklich', da er aus menschlichem Blutplasma gewonnen wird und auch hier Krankheitserreger nie vollständig ausgeschlossen werden können. So viel zu 'bedenklich'. Information und Vernunft machen frei.

hartmuth-dethlef firnkäs am 11.06.2015

Für klaffende Wunden (wie auf fingergelenken) Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis. Ein Tropfen in die aufgespreizte Wunde (vorher desinf.), zugehen lassen, den Überstand sofort und schnell abwischen. Oder für ausrissgefährdete Sachen wie "am seidenen Faden hängende Nägel", oder Nagelbettverletzungen, Leukoplast mit genau zugeschnittenem Stück Mull als Selfmadepflaster, die dann aber wenigstens halten... und sich nicht sofort wieder oder nach 5min von selber ablösen (Finger weg von nichtklebendem Dreck wie Hansaplast, Altamed und Co). Früher haben Pflaster besser geklebt. Liegt das an diesem allgegenwärtigem "Antiallergenen"-blablubb?! Nichts was man so im Handel kriegt scheint mehr zu halten, trotz Entfettung mit Alkohol!!

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