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Wie giftig sind Maiglöckchen und wie zeigt sich eine Vergiftung?

Wie giftig sind Maiglöckchen und wie zeigt sich eine Vergiftung?

Sie wollen sich selbst, Ihre Kinder und auch die Haustiere vor giftigen Pflanzen in der Natur schützen? Dann sollten Sie wissen, welche Pflanzen bei der Berührung bereits gesundheitliche Schäden anrichten und welche erst durch den Verzehr bestimmter Pflanzenteile eine Vergiftung oder Schäden hervorrufen. Finden Sie mit unseren Tipps heraus, warum Pflanzen im Garten wie Maiglöckchen giftig sind, welche Gefahr wirklich droht und welche Symptome Sie kennen sollten.

1. Maiglöckchen sind giftig – aber sie kommen dennoch überall vor

Mit Maiglöckchen verbinden die meisten Menschen nicht im ersten Gedanken eine Gefahr für Leib und Leben, sondern eher einen schönen Frühlingstag mit blühenden Blumen. Wir wollen Ihnen daher im ersten Teil den Steckbrief der niedlichen Pflanze vorstellen, die trotz des harmlosen Äußeren eine Menge Ärger verursachen kann:

  • Botanischer Name: Convallaria majalis
  • Größe und Optik: Wuchshöhe bis 30 cm, schmale, grüne Stängel mit 2 bis 3 Paaren aus langen, ovalen Blättern im gleichen Grün, ab der Mitte zwischen 5 und 12 glöckchenartige, weiße Blüten
  • Früchte: Rote Beeren
  • Standort: Halbschatten
  • Verbreitung: Überall in Europa, Nordamerika und Nordasien
  • Giftig: Sämtliche Pflanzenteile sind giftig

Wie Sie sehen, besteht ein eklatanter Unterschied zwischen der niedlichen Optik, dem angenehmen Duft und der tatsächlichen Giftigkeit der Wildpflanze.

Nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde und Katzen sind Maiglöckchen giftig. Tiere wissen allerdings oft instinktiv, dass sie diese und andere Pflanzen meiden und keinesfalls essen sollten. Auch Schweine, Kaninchen, Hamster, Ziegen, Pferde, Meerschweinchen und sogar Vögel vertragen Maiglöckchen nicht und meiden sie daher.

2. Welche Symptome auftreten, wenn giftige Maiglöckchen gegessen oder berührt werden

maigloeckchen auf der wiese

Maiglöckchen sehen schön aus, sind jedoch für Menschen und Tiere giftig.

Die Vergiftungssymptome beginnen bei giftigen Maiglöckchen nicht erst nach dem Essen, sondern können bereits beim Kontakt mit der Haut oder den Augen unangenehme Folgen haben. Durch eine einfache Berührung mit der Pflanze können Hautreizungen auftreten. Werden giftige Wirkstoffe über die Hand ins Auge übertragen, reagieren diese ebenfalls. Daher sind gerade Kinder gefährdet, wenn sie schon selbstständig laufen können und gerne Blumen pflücken.

Nach dem Verzehr von giftigen Maiglöckchen treten Symptome wie Beklemmungen in der Brust, Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Sehstörungen, Schwindel und Übelkeit auf. Meist laufen die Symptome in folgender Reihenfolge ab: Erhöhter Blutdruck und erhöhte Pulsrate, bevor sich der Blutdruck drastisch verringert, die Atmung tiefer wird und letztlich ein Tod durch Herzstillstand eintritt. Wie schnell dies geschieht, lässt sich nicht exakt vorhersagen. Es verwundert daher nicht, dass Maiglöckchen im Jahr 2014 zur „Giftpflanze des Jahres“ gekürt wurden.

Da alle Pflanzenteile die giftigen Wirkstoffe Gykoside und Carenolipidtyp enthalten, sind selbst getrocknete Pflanzen keineswegs harmlos. Besonders die Samen der hübschen Pflanze sind mit 38 giftigen, chemischen Verbindungen äußerst gefährlich. Selbst im Blumenwasser, in dem Maiglöckchen zur Zierde aufgestellt wurden, finden sich Giftstoffe.

3. Was sollte man bei einer akuten Vergiftung durch Maiglöckchen unternehmen?

Sobald Sie Ihre Kinder und Kleinkinder dabei erwischen, wie sie aus reiner Neugier und Interesse einen kleinen Teil der Pflanze probieren, fordern Sie sofortiges Ausspucken mit Nachdruck ein. Aufgrund des nicht besonders guten Geschmacks der giftigen Maiglöckchen werden meist nur kleinste Mengen probiert und häufig gar nicht gegessen. Hat das Kind allerdings eine der Pflanzenbeeren erwischt, kann schon leichtes Kauen eine Vergiftung nach sich ziehen.

Je nach Art des Kontaktes mit Maiglöckchen sollten Sie die in den folgenden Kapiteln beschriebenen Maßnahmen einleiten. 

3.1. Die giftigen Maiglöckchen wurden berührt

Nach Möglichkeit sollten Maiglöckchen beim Gärtnern und Jäten mit Handschuhen angefasst werden. Während der Schwangerschaft sollten Sie sich generell von den Pflanzen fernhalten. Wurden Maiglöckchen ohne Schutz angefasst, sollten die Hände sofort mit heißem Wasser und Seife gewaschen werden. Treten die o. g. Symptome einer Vergiftung auch nur ansatzweise auf, rufen Sie sofort den Notruf und überwachen bis zu dessen Eintreffen die Vitalfunktionen.

3.2. Giftige Maiglöckchen als Dekoration in Vasen

maigloeckchen im close up

Vergiftungssymptome treten bereits beim Hautkontakt mit Maiglöckchen auf.

Wenn Sie Maiglöckchen in Vasen im Inneren der Wohnung dekorieren wollen, dann pflücken Sie die Pflanzen mit Handschuhen. Stellen Sie die Vase unbedingt an einem Ort auf, wo weder Haustiere noch Kinder mit den Pflanzen in Kontakt geraten können. Sollte dennoch ein Tier oder ein Kind das Wasser aus der Vase aufnehmen oder die Maiglöckchen berühren, sollten Sie sofort den Notruf verständigen.

3.3. Nach dem Verzehr giftiger Maiglöckchen

Wurden Pflanzenteile oder im schlimmsten Fall sogar die Beeren der Maiglöckchen gekaut oder gar heruntergeschluckt, sollten Sie sofort den Giftnotruf oder den Notarzt verständigen. Falls sich Kohletabletten in der Haushaltsapotheke befinden, können Sie diese sofort verabreichen, denn dadurch werden die Giftstoffe im Magen gebunden und gelangen so nicht so schnell in den gesamten Blutkreislauf.

Vielfach werden die Pflanzen mit weißen Blüten auch mit dem beliebten Bärlauch verwechselt, wobei der Verzehr von Maiglöckchen für Menschen schwerwiegende Folgen haben kann.

4. Giftige Gartenpflanzen und Wildpflanzen, die Sie kennen sollten

Kinder, Hunde, Katzen und andere Familienmitglieder sollten sich unbedingt von Maiglöckchen fernhalten, weil sie giftig sind. Doch neben den niedlichen Frühblühern gibt es noch weitere Pflanzen in unseren Gärten, auf Wiesen und in Parks, von denen man sich lieber fernhalten sollte:

Pflanzenart Erscheinung & Vergiftung
Seidelbast
  • Strauch bis 2 m
  • Rosa Blüten zw. März & Mai
  • Kontakt kann tödlich enden
Herbstzeitlose
  • Ähneln mit lila oder rosa Blüten dem Krokus
  • Tod durch Atemlähmung nach 2 Tagen
Riesen-Bärenklau
  • Staude mit Höhe von bis zu 4 m
  • Blüten bis 50 cm
  • Nicht tödlich, aber schmerzhaft

Neben diesen drei weit verbreiteten Gewächsen gibt es noch viele regionale, einheimische Gewächse, die durch ihre giftigen Inhaltsstoffe schwere Schäden anrichten können. In diesem Video werden erfahren Sie, welche giftigen Pflanzen in Deutschland vorkommen und wie sie ihre Wirkung entfalten.

5. FAQ zum Thema Maiglöckchen giftig

maigloeckchen vor weissem hintergrund

Rufen Sie im Zweifelsfall sofort den Notruf, wenn Sie, Ihre Haustiere oder Kinder mit Maiglöckchen in Kontakt gekommen sind.

Besteht Lebensgefahr für Erwachsene, Kinder und Haustiere, wenn Maiglöckchen verzehrt werden?

Da alle Teile der Pflanze giftig bis hochgiftig sind, besteht tatsächlich Lebensgefahr für Menschen und Tiere. Daher sollten Sie nach Möglichkeit einen großen Bogen um Maiglöckchen machen und sich nur visuell an deren attraktiver Erscheinung erfreuen.

Wie sollte man mit der Pflanze umgehen?

Im Idealfall betrachten Sie Maiglöckchen in Parks oder am Wegesrand und vermeiden Hautkontakt. Wollen Sie die teilweise lästigen Pflanzen im Garten jäten, tragen Sie entsprechende Schutzkleidung wie Handschuhe und vermeiden jeden Kontakt ohne Schutz. Wollen Sie Maiglöckchen in der Wohnung in die Vase stellen, dann ernten Sie die Pflanze mit Schere und Handschuhen, bevor Sie die Vase an einem sicheren Ort aufstellen.

6. Weiterführende Literatur zu Giftpflanzen

111 tödliche Pflanzen, die man kennen muss: Ratgeber
  • Klaudia Blasl
  • Herausgeber: Emons Verlag
  • Taschenbuch: 240 Seiten

Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Doppelgänger: Wildkräuter sammeln - aber richtig
  • Eva-Maria Dreyer
  • Herausgeber: Franckh Kosmos Verlag
  • Auflage Nr. 2 (10.06.2011)
  • Taschenbuch: 144 Seiten

Taschenatlas Giftpflanzen: 170 Wild- und Zierpflanzen im Porträt (Taschenatlanten)
  • Burkhard Bohne, Peter Dietze
  • Herausgeber: Verlag Eugen Ulmer
  • Auflage Nr. 1 (06.03.2007)
  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten

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