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Zwillingsschwangerschaft: Häufige Fragen und besondere Risiken

Zwillingsschwangerschaft: Häufige Fragen und besondere Risiken

Schwanger im Doppelpack – eine Zwillingsschwangerschaft ist zwar generell nichts Ungewöhnliches, für eine werdende Mutter aber dennoch eine ganz besondere Angelegenheit. Tatsächlich sind Zwillingsschwangerschaften oft auch Risikoschwangerschaften und es gibt einige Punkte, auf die Sie besonders achten sollten. Wir beantworten in unserem Ratgeber alle wichtigen Fragen zum Thema Zwillingsschwangerschaft und gehen auch auf die typischen Besonderheiten sowie Risiken ein.

1. Zwillingsschwangerschaft: Im Doppelpack schwanger

Experten gehen davon aus, dass eine von 85 Schwangerschaften eine Zwillingsschwangerschaft ist. Die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften hat sich in den letzten Jahrzehnten stets erhöht. Diese Tatsache ist unter anderem auf vermehrte Hormonbehandlungen sowie künstliche Befruchtungen zurückzuführen.

Bei Frauen, die schon über 35 Jahre alt sind und die bereits ein Kind geboren haben, ist die Wahrscheinlichkeit übrigens wesentlich höher, dass sie mit Zwillingen schwanger werden.

Zu einer Zwillingsschwangerschaft kommt es, wenn entweder gleich zwei Eizellen befruchtet werden oder sich eine befruchtete Eizelle sehr frühzeitig teilt. Bei Letzterem handelt es sich dann um eineiige Zwillinge. Die beiden Föten teilen sich eine Fruchthöhle und weisen identisches Erbmaterial auf. Deswegen sehen sie sich sehr ähnlich und haben das gleichen Geschlecht.

Zweieiige Zwillinge können sich natürlich auch ähnlich sehen. Es gibt aber auch viele zweieiige Zwillinge, die kaum Ähnlichkeiten aufweisen. Da sie sich in zwei verschiedenen Eizellen entwickeln, gibt es auch die Option, dass es sich um Mädchen und Junge handelt. Dieses Video geht noch einmal näher auf die Thematik ein:

2. Zwillingsschwangerschaft: Ist die Mehrlingsschwangerschaft erkennbar?

Zwillingsschwangerschaft

Meistens fällt die Zwillingsschwangerschaft der werdenden Mutter nicht auf.

Es gibt keine direkten Anzeichen, die für eine Zwillingsschwangerschaft sprechen. Allerdings können einige Hinweise durchaus darauf hindeuten, dass die Mutter nicht nur ein Kind erwartet.

Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist beispielsweise wesentlich mehr „HCG“ im Blut nachweisbar. Das wiederum führt zu stärkerer und auch früherer Übelkeit.

Außerdem ist die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wesentlich höher. Da zwei Babys im Bauch heranwachsen, nimmt dieser natürlich auch ganz andere Formen an.

Grundsätzlich können Sie die Zwillingsschwangerschaft am ehesten daran erkennen, dass die typischen Symptome und Beschwerden einer Schwangerschaft stärker auftreten. Allerdings muss das nicht zwingend auf eine Zwillingsschwangerschaft hindeuten. Der Verlauf der Doppelschwangerschaft ist sehr individuell.

3. Zwillingsschwangerschaft: Welche Risiken gibt es?

Für den Körper der Mutter ist eine Zwillingsschwangerschaft besonders anstrengend. Der Verlauf ist wesentlich herausfordernder. In der Regel dauert eine Zwillingsschwangerschaft nur etwa 37 Wochen statt der üblichen 40 Wochen. Frühzeitige Wehen zählen somit zu den ersten Risiken oder Besonderheiten einer Zwillingsschwangerschaft. Deswegen wird sie auch als Risikoschwangerschaft eingestuft. In der Regel treten jedoch keine großen Besonderheiten auf und es kommt auch nicht häufiger zu Komplikationen.

Bluthochdruck und Blutungen sind ebenfalls typische Probleme, die Mütter haben, wenn eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt. Da Zwillinge auch immer etwas früher auf die Welt kommen, ist die Entwicklung innerhalb der ersten Jahre ein bisschen verzögert. Das bedeutet, dass die Kinder etwas später mit Sprechen anfangen oder auch länger brauchen, bis sie laufen. Normalerweise sollte sich bis zum Schulbeginn alles normalisiert haben und die Kinder weisen keinerlei Defizite mehr auf.

In wenigen Fällen ist es erforderlich, dass die Schwangerschaft liegend verbracht wird. Eine liegende Schwangerschaft ist zwar keine Seltenheit, doch dieses Vorgehen wird nur dann empfohlen, wenn die Babys definitiv in Gefahr sind.

Abgesehen davon wird bei einer Schwangerschaft mit Zwillingen auf engmaschige Kontrollen gesetzt. Insofern fällt es schneller auf, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt oder Risiken auftreten.

Das erhöhte Risiko einer Fehlgeburt lässt sich leider nicht leugnen.

Gut zu wissen
Eine Schwangerschaft ist immer aufregend und nicht selten sind Ängste an der Tagesordnung. Ob nun Zwillingsschwangerschaft oder nicht – versuchen Sie, ruhig zu bleiben und lassen Sie sich durch gut gemeinte Tipps aus Ihrem Umfeld nicht verunsichern. Umso entspannter Sie sind, desto einfacher verlaufen Schwangerschaft und Geburt.

4. Wann ist die Zwillingsschwangerschaft nachweisbar?

Handelt es sich um eine Zwillingsschwangerschaft oder Mehrlingsschwangerschaft, dann wird das im Normalfall zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche bei der ersten Ultraschalluntersuchung festgestellt.

In diesem Stadium sind die Embryonen noch so klein, dass sie gleichzeitig im Bild dargestellt werden können. Diese Gelegenheit nutzen die Ärzte, um die Anzahl der Frucht- und Chronionhöhlen festzustellen.

Allerdings ist es durchaus möglich, die Zwillingsschwangerschaft in der 6. oder 7. Schwangerschaftswoche zu erkennen. Das trifft aber nur dann zu, wenn zwei Fruchthöhlen bei dem Ultraschall sichtbar sind.

Großer Schwangerschaftsbauch

Bei einer Zwillingsschwangerschaft wächst der Bauch wesentlich mehr.

5. Mutterschutz und Beschäftigungsverbot

Eine Zwillingsschwangerschaft ist rein prinzipiell kein Argument für ein Beschäftigungsverbot. Die Richtlinien sind identisch wie bei einer ganz normalen Schwangerschaft.

Allerdings ist es in vielen Fällen so, dass die Beanspruchung durch die Zwillingsschwangerschaft größer ist. Der Stress im Arbeitsalltag macht sich dementsprechend auch früher bemerkbar.

Sofern Sie sich überlastet fühlen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Unter Umständen macht es Sinn, wenn ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird.

Der Mutterschutz umfasst bei Zwillingen eine Schutzfrist von 18 Wochen. Die ersten 6 Wochen werden vor der Geburt genommen. Die restlichen 12 Wochen gibt es nach der Geburt. Sofern es sich um eine Frühgeburt handelt, werden die restlichen Wochen an das Ende des Mutterschutzes gehängt, sodass die 18 Wochen vollständig ausgeschöpft werden.

6. Das Ende der Zwillingsschwangerschaft: Besonderheiten bei der Geburt 

Schon vor der Geburt wird die Mutter engmaschig betreut. Ab der 28. Schwangerschaftswoche ist es üblich, dass die werdende Mutter einmal in der Woche den Arzt aufsucht. Spätestens in der 38. Woche wird dann die Geburt eingeleitet. Das Risiko für Mutter und Kinder würde sonst zu hoch sein.

Die meisten Zwillinge werden übrigens per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Das ist vor allen dann der Fall, wenn die Babys noch sehr klein sind oder womöglich auch ungünstig liegen. Ein weiterer Faktor ist das Alter der Mutter.

Eine natürliche Geburt ist aber generell möglich – allerdings nur dann, wenn keinerlei Komplikationen vorliegen. Hier wird in den meisten Fällen eine individuelle Entscheidung getroffen, denn die Unversehrtheit der Zwillinge muss gewährleistet sein.

7. Weiterführende Literatur zu Zwillingsschwangerschaften und dem Elternsein

Zwillinge: Gut durch Schwangerschaft, Geburt und erstes Lebensjahr
  • Petra Lersch, Dorothee von Haugwitz
  • Herausgeber: TRIAS
  • Auflage Nr. 3 (13.06.2018)
  • Taschenbuch: 280 Seiten

Wir bekommen Zwillinge!: Gesunde Babys - glückliche Beziehung - zufriedenes Ich. Tipps und Geschichten für erfolgreiche Eltern
  • Irene Penz
  • Herausgeber: Books on Demand
  • Auflage Nr. 1 (20.11.2014)
  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten

Erziehungstips für Zwillingseltern: Von Trotz bis Pubertät
  • Marion von Gratkowski
  • Herausgeber: Gratkowski, Lutz v
  • Auflage Nr. 3 (29.07.2011)
  • Taschenbuch: 224 Seiten

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