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Blutungen in der Schwangerschaft – Das kann es bedeuten

Blutungen in der Schwangerschaft – Das kann es bedeuten

Eine Schwangerschaft ist ein Anlass zur Freude, aber nicht immer verläuft sie wie geplant. Treten ungewöhnliche Erscheinungen auf, macht sich die Schwangere verständlicherweise Sorgen um ihr Baby. Manche Vorkommnisse sind harmlos, andere erfordern sofortige Maßnahmen. Was häufig auftreten kann, sind Blutungen in der Schwangerschaft. Bei jeder vierten Frau treten sie im Laufe der Schwangerschaft auf. Die Ursachen dafür sind ganz unterschiedlich. Beruhigend zu wissen, dass es sich meist um harmlose Schmierblutungen handelt. Allerdings kann auch eine ernste Plazenta Störung vorliegen. Wir sagen Ihnen, was es mit Blutungen in der Schwangerschaft auf sich hat.

Blutungen sind nicht immer Grund zur Sorge

Gewiss fragen sich einige Schwangere zu Beginn, ob es sich bei ihren Blutungen um Schwangerschaftsblutungen oder die Periode handelt. Gerade am Anfang einer Schwangerschaft lässt sich der Unterschied Periode und Blutung nicht eindeutig erkennen, zumal Sie auch schwanger trotz Blutung sein können. Auch anzunehmen, dass durch keine Blutung alles ok ist, sollte mit Vorsicht genossen werden. Es gibt viele mögliche Blutungsformen und Ursachen dafür, zum Beispiel Übelkeit und leichte Blutungen in der Frühschwangerschaft, Blutungen und Klumpen in der Schwangerschaft, Blutungen und Schmerzen wegen Myom und Co. sowie Bauchschmerzen und Blutungen in der Schwangerschaft. Aber auch eine hellrote Blutung ohne Schmerzen, eine braune Blutung mit Gewebe oder auch eine leichte Blutung nach GV (Geschlechtsverkehr) sind möglich. Wenn starke Blutungen oder eine Zwischenblutung in der Schwangerschaft auftreten, sollten Sie immer zum Arzt gehen, denn Blutungen und ein Ziehen im Unterleib können auch eine Früh- oder Fehlgeburt andeuten.

Blutungen in der Frühschwangerschaft

Besonders zu Beginn der Schwangerschaft (z. B. wenn Sie in der 5. Woche schwanger oder in der 7. Woche oder 6. Woche schwanger sind) sind Blutungen in den ersten Wochen nichts Ungewöhnliches und in der Regel harmlos. Oft ist es nicht ganz klar, ob es sich dabei um Schwangerschaftsblutungen oder die Periode handelt. Denn schwanger trotz Blutung können Sie durchaus sein. Auch eine Verstopfung und Blutung können hier auftreten. Da die Schwangerschaft gerade im ersten Trimester noch instabil ist, könnte es sich auch um eine Fehlgeburt handeln. Hier die möglichen Ursachen im Überblick:

Tipp
Nicht immer kann der Arzt eine Ursache für die Blutung herausfinden. Solange keine weiteren Komplikationen auftreten, kann die Schwangerschaft trotzdem problemlos weitergehen. Es kommt öfter vor, als Sie denken, dass Frauen immer wieder leichte Blutungen während der Schwangerschaft oder gar eine Verstopfung und Blutung haben, ohne dass ein konkreter Grund gefunden werden kann.

Grund 1: Einnistungsblutung

Nach etwa neun bis zehn Tagen kann es zu einer leichten Blutung kommen, der Einnistungsblutung oder Nidationsblutung, welche sich durch Blutungen und Ziehen im Unterleib gekennzeichnet ist. Sie ist nach etwa 24 bis 48 Stunden wieder vorbei und entsteht dadurch, dass sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Oft wird diese Blutung gar nicht bemerkt, da der Blutverlust deutlich geringer ist als während der Menstruation.

Grund 2: Hormonumstellung

Das Gelbkörperhormon Progesteron wird während der Schwangerschaft produziert und sorgt dafür, dass die Regelblutung ausbleibt. Zu Beginn der Schwangerschaft kann es vorkommen, dass noch nicht ausreichend Progesteron vorhanden ist. Die Folge sind Schmierblutungen zum Zeitpunkt der Regel. Oft werden sie für eine abgeschwächte Regelblutung gehalten, weshalb die Schwangerschaft zunächst nicht bemerkt wird. Diese Schmierblutungen sind normalerweise für die Schwangerschaft ungefährlich.

Grund 3: Kontaktblutung

Während der Schwangerschaft ist der Muttermund besonders gut durchblutet. Deswegen kann es zu kleinen Verletzungen während dem Geschlechtsverkehr oder durch die Untersuchung beim Frauenarzt kommen. Diese Blutungen sind ebenfalls meist harmlos.

Grund 4: Gefährliche Blutungen

Bei der Einnistung kann es passieren, dass das befruchtete Ei die Gebärmutter nicht erreicht und im Eileiter bleibt. Auch ist besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt besonders hoch. In beiden Fällen treten Blutungen mit Unterleibsschmerzen und/oder Krämpfen auf. Treten Bauchschmerzen und Blutungen in der Schwangerschaft auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Mitunter kann es sich hier um Blutungen und Schmerzen wegen Myom und dergleichen handeln. Gerade auch wenn Blutungen und Klumpen in der Schwangerschaft auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam.

Blutungen in der fortgeschrittenen Schwangerschaft

In der zweiten Schwangerschaftshälfte (4. Monat, 5. Monat und 6. Monat) hat sich die Schwangerschaft stabilisiert, Blutungen treten seltener auf. Leider ist die Ursache dafür meist auch schwerwiegender. Dies können Gründe für Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte sein:

Plazenta praevia

Komplikationen können durch eine ungünstige Lage der Plazenta hervorgerufen werden. Die Plazenta liegt dann vor dem Muttermund. Bei Geschlechtsverkehr oder Überanstrengung kann es dann zu Blutungen kommen. Wird eine Plazenta praevia bei Ihnen diagnostiziert, sollten Sie sich schonen und gegebenenfalls auf Sex ganz verzichten. In schweren Fällen kann sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

Plazentaablösung

Der Mutterkuchen löst sich schon vor der Geburt von der Gebärmutterwand. Dabei haben Sie starke Schmerzen und Blutungen, der Bauch ist verhärtet. Eine Plazentaablösung wird meist durch einen Unfall oder einen Schlag in den Bauch verursacht. Sie ist ein Notfall, bei dem sofort gehandelt werden muss, da das Baby nicht mehr versorgt wird.

Zeichnungsblutung

Sie zeigt die bevorstehende Geburt an. Der Muttermund öffnet sich langsam, dadurch kommt es zu einer Blutung, oft in Verbindung mit einem blutigen Schleimpfropf. Tritt die Zeichnungsblutung vor der 35. Schwangerschaftswoche auf, droht eine Frühgeburt. Nicht immer ist eine Blutung in der zweiten Schwangerschaftshälfte gefährlich. Auch jetzt kann es zu einer harmlosen Kontaktblutung oder einer Plazentarandblutung kommen. Diese verursachen keine Schmerzen und stellen normalerweise keine Gefahr für Mutter und Kind dar.

Blutungen in der Schwangerschaft – wann zum Arzt?

Prinzipiell gilt, lieber zu früh als zu spät, um Komplikationen vorbeugen oder verhindern zu können. Auf jeden Fall aber sollten Sie die Blutung abklären lassen, wenn Sie gleichzeitig unter folgenden Symptomen leiden:

  • Unterleibsschmerzen
  • Krämpfen
  • Rückenschmerzen
  • Fieber

Der Gynäkologe wird Sie dann gründlich untersuchen. Zunächst überprüft er die Geschlechtsorgane wie Schamlippenbereich, die Scheide sowie den Gebärmutterhals, ob die Ursache der Blutung hier zu finden ist. Anschließend stellt der Arzt mit einer Ultraschalluntersuchung entweder über die Scheide oder die Bauchdecke fest, ob die Schwangerschaft noch intakt ist. Weiteren Aufschluss gibt eine Blutuntersuchung. Damit kann der HCG Wert, also das Schwangerschaftshormon, überprüft werden. Dieses Hormon liefert hilfreiche Anhaltspunkte. Da eine Vaginaluntersuchung die Blutung noch verschlimmern kann, führt der Arzt sie nur durch, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ist der Wert des HCG erhöht, kann das auch an einem Tumor liegen. Eine zu niedrige Konzentration spricht für eine Eileiterschwangerschaft oder eine drohende Fehlgeburt.

Wie muss ich mich bei Blutungen in der Schwangerschaft verhalten?

In harmlosen Fällen reicht es aus, wenn Sie sich schonen. Vermeiden Sie Überanstrengung. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, in welchem Maß Sie Sport treiben dürfen. Es ist nicht immer einfach, Stress aus dem Weg zu gehen. Trotzdem sollten Sie versuchen, den Stress auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Empfehlung Ihres Arztes wird auch lauten, auf Sex zu verzichten. Das ist nicht immer einfach. Jetzt ist es besonders wichtig, den Partner nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem für gemeinsame „quality time“ zu sorgen. Sind die Blutungen ernster Natur, ist sofortiges Handeln erforderlich. Es besteht vielleicht Lebensgefahr für Mutter und Kind. Bei starken Blutungen kann der Blutverlust zum sogenannten hämorrhagischen Schock führen. Die Blutung muss möglichst schnell gestoppt werden. Droht eine Frühgeburt, wird der Arzt versuchen, die Schwangerschaft so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Sie müssen absolute Bettruhe halten und wenn bereits Wehen einsetzen, werden wehenhemmende Mittel verabreicht. In manchen Fällen ist ein Notkaiserschnitt die einzige Möglichkeit, das Leben des Kindes zu retten. Dazu zählen die vorzeitige Plazentaablösung oder eine Uterusruptur. Wird eine Blasenmole als Grund für die Blutungen festgestellt, müssen Sie eine Ausschabung vornehmen. Bei einer Blasenmole liegt ein Fehler bei der Befruchtung der Eizelle vor, der zu unkontrollierten Wucherungen der Trophoblasten führt.

Die Trophoblasten wachsen normalerweise zur Plazenta heran. In diesem Fall kann sich kein lebensfähiger Embryo bilden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist dann die einzige Alternative.

Wie Sie sehen, gibt es ganz unterschiedliche Gründe und Ursachen für eine Zwischenblutung während der Schwangerschaft. Manche sind nicht weiter besorgniserregend für Ihren Kinderwunsch, andere wiederum gefährlich für Mutter und Kind. Wenn Sie schwanger sind und bluten, sollten Sie daher nicht zögern und unbedingt einen Arzt aufsuchen. Nur er kann mit Hilfe eines Ultraschalls abklären, was los ist und ob weitere Schritte eingeleitet werden müssen, um eine bestmögliche Versorgung für Sie und Ihr Baby gewährleisten zu können.

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