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Blutungen in der Schwangerschaft – Das kann es bedeuten

Blutungen in der Schwangerschaft – Das kann es bedeuten

Eine Schwangerschaft ist ein Anlass zur Freude, immerhin hat die Familie bald ein neues Mitglied zu erwarten. Leider verläuft die Schwangerschaft aber nicht immer wie geplant. Treten ungewöhnliche Erscheinungen auf, macht sich die Schwangere verständlicherweise Sorgen um ihr Baby. Manche Vorkommnisse sind harmlos, andere erfordern sofortige Maßnahmen. Was häufig auftreten kann, sind Blutungen in der Schwangerschaft. Bei jeder vierten Frau treten sie im Laufe der Schwangerschaft auf. Die Ursachen dafür sind ganz unterschiedlich. Beruhigend zu wissen, dass es sich meist um harmlose Schmierblutungen in der Schwangerschaft handelt. Allerdings kann auch eine ernste Plazenta Störung vorliegen. Wir sagen Ihnen, was es mit Blutungen in der Schwangerschaft auf sich hat.

1. Blutungen sind nicht immer Grund zur Sorge

Gewiss fragen sich einige Schwangere zu Beginn, ob es sich bei ihren Blutungen um Schwangerschaftsblutungen oder die Periode handelt. Gerade am Anfang einer Schwangerschaft lässt sich der Unterschied Periode und Blutung trotz Schwangerschaft nicht eindeutig erkennen. Sie können nämlich auch schwanger trotz Blutung sein. Das bedeutet aber nicht, dass leichte Blutungen in der Schwangerschaft unbedenklich sein müssen.

Es gibt viele mögliche Blutungsformen und Symptome, zum Beispiel Übelkeit und leichte Blutungen in der Frühschwangerschaft, Blutungen und Klumpen in der Schwangerschaft, Blutungen und Schmerzen wegen eines Myoms sowie Bauchschmerzen und Blutungen. Aber auch eine hellrote Blutungen in der Schwangerschaft ohne Schmerzen, eine braune Blutung mit Gewebe oder auch eine leichte Blutung nach dem Geschlechtsverkehr sind möglich. Wenn Blutungen bzw. Zwischenblutung bei einer Schwangeren auftreten, sollte immer ein Arzt konsultiert werden, denn Blutungen und ein Ziehen im Unterleib können auch eine Früh- oder Fehlgeburt andeuten.

2. Blutungen in der frühen Schwangerschaft

Besonders zu Beginn der Schwangerschaft, zum Beispiel in der 5. oder 7. SSW, sind Blutungen nichts Ungewöhnliches und in der Regel harmlos. In seltenen Fällen können Frauen sogar trotz ihrer Tage schwanger sein. Dadurch ist es oft nicht ganz klar, ob es sich um die Periode oder um menstruationsartige Blutungen in der Schwangerschaft handelt. Schwanger trotz starker Blutung können Sie also durchaus sein. Da die Schwangerschaft gerade im ersten Trimester noch instabil ist, könnte es sich aber auch um eine Fehlgeburt handeln. Hier die möglichen Ursachen im Überblick:

Tipp
Nicht immer kann der Arzt eine Ursache für die Blutung herausfinden. Solange keine weiteren Komplikationen auftreten, kann die Schwangerschaft trotzdem problemlos weitergehen. Es kommt öfter vor als Sie denken, dass Frauen immer wieder leichte Blutungen während der Schwangerschaft haben, ohne dass ein konkreter Grund gefunden werden kann.

Grund 1: Einnistungsblutung

Etwa neun bis zehn Tage nach der Befruchtung der Eizelle kann es zu einer leichten Blutung kommen, der sogenannten Einnistungsblutung oder Nidationsblutung, welche sich durch Blutungen und Ziehen im Unterleib gekennzeichnet ist. Sie ist nach etwa 24 bis 48 Stunden wieder vorbei und entsteht dadurch, dass sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Oft wird diese Blutung gar nicht bemerkt, da der Blutverlust deutlich geringer ist als während der Menstruation. Dennoch zeigt es, dass Blutungen und trotzdem eine Schwangerschaft möglich sind.

Grund 2: Hormonumstellung

Das Gelbkörperhormon Progesteron spielt bei Blutungen in der Schwangerschaft häufig eine Rolle. Denn normalerweise wird es während der Schwangerschaft produziert und sorgt dafür, dass die Regelblutung ausbleibt. Zu Beginn der Schwangerschaft kann es aber vorkommen, dass noch nicht ausreichend Progesteron vorhanden ist. Die Folge sind Schmierblutungen der Schwangeren, die zum üblichen Zeitpunkt der Regel auftreten. Oft werden sie für eine abgeschwächte Regelblutung gehalten, weshalb die Schwangerschaft zunächst nicht bemerkt wird. Diese Schmierblutungen in der Schwangerschaft sind normalerweise ungefährlich.

Grund 3: Kontaktblutung

Während der Schwangerschaft ist der Muttermund besonders gut durchblutet. Deswegen kann es zu kleinen Verletzungen während des Geschlechtsverkehrs oder durch die Untersuchung beim Frauenarzt kommen. Diese Blutungen sind meistens ebenfalls unbedenklich für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Grund 4: Gefährliche Blutungen

Vor der Einnistung kann es passieren, dass das befruchtete Ei die Gebärmutter nicht erreicht und im Eileiter bleibt. Auch ist im ersten Drittel der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt besonders hoch. In beiden Fällen treten Blutungen mit Unterleibsschmerzen und/oder Krämpfen auf. Treten Bauchschmerzen und Blutungen in der Schwangerschaft auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, insbesondere, wenn Sie Klumpen in Ihrem Blut finden.

3. Blutungen in der fortgeschrittenen Schwangerschaft

In der zweiten Schwangerschaftshälfte(4. Monat, 5. Monat, 6. Monat usw.) hat sich die Schwangerschaft stabilisiert, Blutungen treten seltener auf. Die Ursachen von Blutungen sind aber meist schwerwiegender. Dies können Gründe für Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte sein:

3.1. Plazenta praevia

Komplikationen können durch eine ungünstige Lage der Plazenta hervorgerufen werden. Bei Plazenta praevia liegt diese vor dem Muttermund. Bei Geschlechtsverkehr oder Überanstrengung kann es dann zu Blutungen kommen. Wird eine Plazenta praevia bei Ihnen diagnostiziert, sollten Sie sich schonen und gegebenenfalls auf Sex ganz verzichten. In schweren Fällen kann sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

3.2. Plazentaablösung

Der Mutterkuchen löst sich schon vor der Geburt von der Gebärmutterwand. Dabei haben Sie starke Schmerzen und Blutungen, der Bauch ist verhärtet. Eine Plazentaablösung wird meist durch einen Unfall oder einen Schlag in den Bauch verursacht. Sie ist ein Notfall, bei dem sofort gehandelt werden muss, da das Baby nicht mehr versorgt wird.

3.3. Zeichnungsblutung

Sie zeigt die bevorstehende Geburt an. Der Muttermund öffnet sich langsam, dadurch kommt es zu einer Blutung, oft in Verbindung mit einem blutigen Schleimpfropf. Tritt die Zeichnungsblutung vor der 35. Schwangerschaftswoche auf, droht eine Frühgeburt.

Nicht immer ist eine Blutung in der zweiten Schwangerschaftshälfte gefährlich. Auch jetzt kann es zu einer harmlosen Kontaktblutung oder einer Plazentarandblutung kommen. Diese verursachen keine Schmerzen und stellen normalerweise keine Gefahr für Mutter und Kind dar.

4. Blutungen in der Schwangerschaft – wann zum Arzt?

Prinzipiell gilt, lieber zu früh als zu spät, um Komplikationen vorbeugen oder verhindern zu können. Auf jeden Fall aber sollten Sie die Blutung abklären lassen, wenn Sie gleichzeitig unter folgenden Symptomen leiden:

  • Unterleibsschmerzen
  • Krämpfen
  • Rückenschmerzen
  • Fieber

Der Gynäkologe wird Sie dann gründlich untersuchen. Zunächst überprüft er die Geschlechtsorgane, also den Schamlippenbereich, die Scheide sowie den Gebärmutterhals, um eine mögliche Ursache der Blutung  zu finden. Anschließend stellt der Arzt mit einer Ultraschalluntersuchung entweder über die Scheide oder die Bauchdecke fest, ob die Schwangerschaft noch intakt ist.

Weiteren Aufschluss gibt eine Blutuntersuchung. Damit kann der HCG Wert, also das Schwangerschaftshormon, überprüft werden. Dieses Hormon liefert hilfreiche Anhaltspunkte. Da eine Vaginaluntersuchung die Blutung noch verschlimmern kann, führt der Arzt sie nur durch, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ist der Wert des HCG erhöht, kann das auch an einem Tumor liegen. Eine zu niedrige Konzentration spricht für eine Eileiterschwangerschaft oder eine drohende Fehlgeburt.

5. Wie muss ich mich bei Blutungen in der Schwangerschaft verhalten?

In harmlosen Fällen reicht es aus, wenn Sie sich schonen. Vermeiden Sie Überanstrengung. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, in welchem Maß Sie Sport treiben dürfen. Es ist nicht immer einfach, Stress aus dem Weg zu gehen. Trotzdem sollten Sie versuchen, den Stress auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Empfehlung Ihres Arztes wird auch lauten, auf Sex zu verzichten. Das ist nicht immer einfach. Jetzt ist es besonders wichtig, den Partner nicht aus den Augen zu verlieren und trotzdem für gemeinsame „quality time“ zu sorgen.

Sind die Blutungen ernster Natur, ist sofortiges Handeln erforderlich. Es besteht vielleicht Lebensgefahr für Mutter und Kind. Bei starken Blutungen kann der Blutverlust zum sogenannten hämorrhagischen Schock führen. Die Blutung muss möglichst schnell gestoppt werden. Droht eine Frühgeburt, wird der Arzt versuchen, die Schwangerschaft so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Sie müssen absolute Bettruhe halten und wenn bereits Wehen einsetzen, werden wehenhemmende Mittel verabreicht.

In manchen Fällen ist ein Notkaiserschnitt die einzige Möglichkeit, das Leben des Kindes zu retten. Dazu zählen die vorzeitige Plazentaablösung oder eine Uterusruptur. Wird eine Blasenmole als Grund für die Blutungen festgestellt, müssen Sie eine Ausschabung vornehmen. Bei einer Blasenmole liegt ein Fehler bei der Befruchtung der Eizelle vor, der zu unkontrollierten Wucherungen der Trophoblasten führt.

In diesem Fall kann sich kein lebensfähiger Embryo bilden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist dann die einzige Alternative.

6. Ursachen der Blutungen mit einem Arzt abklären

Wie Sie sehen, gibt es ganz unterschiedliche Gründe und Ursachen für eine Blutung in der Schwangerschaft. Manche sind nicht weiter besorgniserregend für Ihren Kinderwunsch, andere wiederum gefährlich für Mutter und Kind. Wenn Sie schwanger sind und bluten, sollten Sie daher nicht zögern und unbedingt einen Arzt aufsuchen. Nur er kann mit Hilfe eines Ultraschalls abklären, was los ist und ob weitere Schritte eingeleitet werden müssen, um eine bestmögliche Versorgung für Sie und Ihr Baby gewährleisten zu können.

Selbstverständlich können Sie auch selbst viele Maßnahmen ergreifen, damit Ihr Baby vollkommen gesund auf die Welt kommt. Auf Haushaltstipps finden Sie viele weitere Ratgeber, die sich unter anderem mit der Frage beschäftigen, wie Sie einen Schwangerschaftskalender führen und den Entbindungstermin berechnen. Außerdem informieren wir über die richtige Ernährung und die Frage, welche Lebensmittel Sie während der Schwangerschaft besser meiden sollten, damit die Entwicklung Ihres Kindes nicht gestört wird.

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