Kosten für eine Photovoltaikanlage – Lohnt sich die Anschaffung?

Kosten für eine Photovoltaikanlage – Lohnt sich die Anschaffung?

Wollen Sie auf erneuerbare Energien setzen und mit Hilfe von Sonnenernergie Ihren eigenen Strom erzeugen? Dann ist eine Photovoltaik Komplettanlage vielleicht etwas für Sie. Was Photovoltaik kosten soll und ob sich eine Anschaffung tatsächlich lohnt, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Warum ist Photovoltaik so attraktiv?

Lässt man einen verträumten Blick über die Dächer der Städte und Dörfer schweifen, hat die Romantik schnell ein Ende. Auf immer mehr Hausdächern sieht man nämlich keine schönen Ziegel mehr, sondern Solarpanele. Sie machen es möglich, erneuerbare Energien zu nutzen. Wem ist es also zu verdenken, die Umwelt zu schützen und damit ein wenig Geld zu sparen? Gerade in den Jahren zwischen 2009 und 2013 herrschte ein wahrer Boom, was das Geschäft mit Solaranlagen, sogenannte Photovoltaik Anlagen, betrifft. Allerdings wurden diese weniger zur eigenen Nutzung und zur Unterstützung des Umweltschutzes verbaut, sondern viel mehr, um als Geldanlage zu dienen. Aufgrund der Förderung von Seiten des Staates fiel hier nämlich eine hohe Rendite ab. Die Folge war, dass die Solaranlagen so groß wie nur möglich gebaut wurden, um die produzierte Solarenergie an das öffentliche Stromnetz zu verkaufen. Selbst genutzt wurde dieser Strom von niemandem.
Das änderte sich allerdings in der letzten Zeit. Die staatliche Förderung nahm enorm ab, wohingegen die Technik immer günstiger wurde. Aus diesem Grund steht heute die Eigennutzung im Fokus. Außerdem sprechen die Vorteile, selber Strom erzeugen zu können, für sich: Sie sind weitgehend unabhängig vom öffentlichen Netz und können langfristig Ihre Stromrechnung senken. Immerhin kostet Sie eigener Solarstrom nur noch halb so viel, als wenn Sie Ihren Strom vom Energieversorger beziehen.

Die Anschaffung einer PV Anlage ist nicht ganz günstig

Sie wollen unabhängig vom öffentlichen Stromnetz sein und alternative Energien nutzen? Dann ist eine Photovoltaik Anlage die beste Lösung für Sie. Allerdings ist es dabei völlig egal, ob Sie sich für eine Mini Solaranlage entscheiden oder die Solaranlage selber bauen wollen. Preiswert wird die Anschaffung in keinem Fall. So müssen Sie je nach Größe mit 5000 bis 13000 Euro kalkulieren. Die Montage und Inbetriebnahme ist dabei noch gar nicht mit einberechnet.

Info
Kleinere Solaranlagen sind in der Regel teurer als größere Modelle mit mehr Leistung. Erkennen können Sie dies an dem Preis pro kWp. Sie ergeben sich auch der Leistung und der Gesamtsumme der PV Anlage.

Die Preise für eine PV Anlage können allerdings enorm varieren. Die Gründe für diese Unterschiede sind vielfältig. So können individuelle Gegebenheiten am und im Haus die Kosten unter anderem beeinflussen. Dazu gehören verschiedenartige Dacheindeckungen und -formen, aber auch die Leitungswege im Haus und der Zugang zum Dach. Natürlich spielt auch die Marke der Solarmodule und des Wechselrichters eine Rolle. Wie in jedem anderen Bereich auch, sind Markenprodukte hier teurer als eventuell gleichwertige No-Name-Produkte. Dieser Umstand kann einen Preisunterschied von ganzen 10 Prozent ausmachen. Desweiteren müssen Sie für monokristalline Solarpanele tiefer in die Tasche greifen, als für polykristalline. Allerdings sind diese am leistungsfähigsten und daher auch für kleinere Dachflächen geeignet. Außerdem kann es Ihnen auch passieren, dass der Zählerschrank erneuert werden muss. Das birgt natürlich auch wieder Kosten, die im Voraus möglicherweise nicht bedacht wurden.
Sie sehen also, dass die Preise durchaus schwanken können, je nach Bedürfnis und Gegebenheiten vor Ort. Am meisten fallen allerdings die Kosten für das Gerüst der PV Anlage und für den Netzanschluss ins Gewicht. Achten Sie unbedingt darauf, ob diese im Angebot ihres Solarteurs enthalten sind oder nicht. Das kann nämlich zu einer Verzerrung des Angebotspreises beitragen. Um nach Abschluss der Arbeit kein böses Erwachen zu haben, sollten Sie beim Vorgespräch also genau nachfragen, für was Sie im Detail zahlen.

Die Kosten im Einzelnen

Auf den ersten Blick sind die Photovoltaik Kosten natürlich niederschmetternd. Immerhin will man doch Geld sparen, in dem man Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzt und nicht erst eine hohe Summe investieren. Darum kommen Sie aber nicht herum, wenn Sie sich für ein Solardach oder einzelne Solarpanele entscheiden. Um allerdings einen besseren Überblick zu bekommen und genau zu wissen, was Sie da eigentlich bezahlen, finden Sie hier eine prozentuale Auflistung der verschiedenen Komponenten:

Solarmodule

Wenn es um alternative Energien und Sonnenenergie geht, spielt das Solarmodul, oder auch Solarzelle genannt, die größte Rolle. Das äußert sich auch in Ihrem Geldbeutel. Sie beanspruchen ganze 50 Prozent der gesamten Systemkosten. Dabei können Sie zwischen monokristallinen Modulen, polykristallinen Modulen und Dünnschichtmodulen wählen. Letztere sind auf dem Markt allerdings nur noch wenig relevant. Aufgrund der verschiedenen Herstellungsverfahren und den jeweils spezifischen Eigenschaften ergeben sich bei den Modulen natürlich gewisse Preisunterschiede, die bei einem Kauf zu beachten sind.

Wechselrichter

Wenn Sie mit Hilfe einer Solarzelle Solarenergie erzeugen, handelt es sich immer um Gleichstrom. Diesen können Sie so allerdings nicht einfach im Haushalt nutzen. Die gängigen Elektrogeräte werden in der Regel nämlich mit Wechselstrom betrieben. Um den Strom also umwandeln und verwerten zu können, benötigen Sie einen Wechselrichter. Dieser kostet 1000 bis 2000 Euro und macht in etwa 20 Prozent der Gesamtkosten aus.

Photovoltaik Speicher

Wenn Sie die erzeugte Solarenergie selbst verbrauchen wollen, sollten Sie über den Kauf eines Photovoltaik Speichers nachdenken. Die Kosten für diesen Speicher sind im Gesamtpreis nicht mit inbegriffen. Und doch wird jede zweite Neuanlage bei uns in Deutschland mittlerweise in Kombination mit einem Stromspeicher verkauft. Kakulieren müssen Sie für den Photovoltaik Speicher etwa 6000 bis 10000 Euro. Eine Stange Geld, die aber mit den Jahren immer weiter reduziert wird. Die Anschaffung ergibt trotz der hohen Kosten durchaus Sinn, da Sie nur so den selbst erzeugten Strom zur Eigennutzung verwenden können.

Montage und Installation

Es ist selbsterklärend, dass neben den reinen Materialkosten auch noch die Vergütung der Montage und Installation der PV Anlage auf Sie zukommt. Und das ist nicht gerade wenig. Wie auch schon der Wechselrichter, nimmt diese Dienstleistung 20 Prozent der gesamten Summe ein. So kostet beispielsweise allein der Netzanschluss 850 Euro. Und auch die Planung und Dokumentation verursacht Kosten. Seien Sie aber trotz dessen nicht geizig und lassen Sie die Montage ausschließlich von einem Fachmann durchführen. Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihre PV Anlage sicher und gewinnbringend verbaut wurde.

Laufende Kosten

Nachdem Sie nun eine Menge Geld für den Kauf und die Montage einer Solaranlage ausgegeben haben, fallen die laufenden Photovoltaik Kosten kaum noch ins Gewicht. So zahlen Sie beispielsweise pro Jahr nur noch 2 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten. Zu den laufenden Kosten gehören neben Versicherungsbeiträgen eventuelle Reinigungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten. Außerdem zahlen Sie jährlich Mietkosten für den Zähler, der Ihnen anzeigt, wie viel Solarstrom Ihre Anlage in das Öffentliche Netz einspeist.

Lohnt sich die Anschaffung trotz der hohen Kosten?

Nach Auflistung der einzelnen Kostenpunkte fragen Sie sich jetzt sicher, ob sich der Kauf einer Photovoltaik Komplettanlage und die damit verbundene Nutzung von erneuerbaren Energien wirklich rentiert. Diese Frage ist mit einem klaren Ja zu beantworten, wenn Sie den erzeugten Strom denn auch zum Eigenbedarf nutzen. So können Sie nämlich die Hälfte Ihrer bisherigen Stromkosten sparen und haben die kostspielige Anschaffung der Solaranlage nach einigen Jahren wieder raus. Wenn Sie allerdings darauf bedacht sind, den Strom nur zu produzieren und dann an den Energieversorger zu verkaufen, wird sich die Anschaffung wohl kaum lohnen. Immerhin bekommen Sie für Ihren Strom bei weitem nicht mehr so viel Geld, wie noch vor ein paar Jahren. Außerdem sind auch die Fördermittel von Seiten des Staates nicht mehr nennenswert, sodass Sie bei Kauf und Installation der Anlage in die eigene Tasche greifen müssen. Sollten Sie Ihre Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz feiern wollen, kann sich diese Investition aber durchaus lohnen! Dann sollten Sie allerdings nicht geizen und auch auf einen eigenen Stromspeicher setzen.

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