Ernährung bei Milcheiweißallergie

Ernährung bei Milcheiweißallergie

Kaum essen Sie ein Stück Käse oder trinken einen leckeren Milchkaffe, schon verspüren Sie die ersten Magenkrämpfe? Dann ist das ein Anzeichen für eine Milcheiweisallergie. Was hilft und wie Sie mit dieser Unverträglichkeit umgehen können, verraten wir Ihnen.

Nicht immer ist eine Allergie der Grund

Verfallen Sie aber nicht in Panik, nur weil es einmal nach dem Essen im Magen unangenehm grummelt. Fettes oder zu schnelles Essen kann dafür der Auslöser sein. Erst wenn Sie feststellen, dass sich regelmäßig Beschwerden einstellen, denken Sie darüber nach, was Sie gerade gegessen oder getrunken haben. Zu den häufigsten Unverträglichkeiten zählt die Milcheiweißallergie, die fälschlicherweise häufig mit der Laktoseintoleranz in einen Topf geworfen wird.

Milcheiweiß und Laktose:
Wo ist der Unterschied?

Der ganz klare Unterschied zwischen den beiden Unverträglichkeitsauslösern besteht darin, dass es sich bei Laktose um einen Zucker handelt, während Milcheiweiß ein Protein ist. Dieses setzt sich zu etwa 80 Prozent aus Casein (Kasein) und 20 Prozent Molkeneiweiß zusammen. Außerdem bildet unser Immunsystem bei einer Milcheiweißunverträglichkeit Antikörper. Daher spricht man von einer Allergie. Bei der Laktoseintoleranz bleibt das Immunsystem quasi außen vor, sodass es sich „lediglich“ um eine Lebensmittelunverträglichkeit handelt.

Leben mit einer Milcheiweißallergie

Die typischen Symptome bei einer Milcheiweißallergie sind Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Da diese aber auch bei anderen Krankheiten auftreten können, sollten Sie von einem Arzt abklären lassen, ob Sie wirklich allergisch auf Kuhmilch reagieren. Steht die Diagnose dann fest, werden Sie ihr gewohntes Essverhalten umstellen müssen.

Lebensmittel mit Milcheiweiß beim Einkauf erkennen

In Deutschland besteht das Problem, dass die Inhaltsstoffe auf Lebensmitteln oft nicht ausreichend gekennzeichnet sind. Das verunsichert viele Verbraucher und vor allem Allergiker. Ein Beispiel, das in der kürzlich erschienenen Gesundheitsreportage der Gothaer aufgeführt ist, verdeutlicht die Problematik. Hier wurde bemängelt, dass ein Frischkäse nicht ausreichend gekennzeichnet war, sodass der Käufer annehmen musste, ihm würde Frischkäse aus reiner Ziegenmilch verkauft. Den wichtigen Hinweis machen hier zwei kleine Worte aus, nämlich „mit“ und „aus“. Steht auf der Verpackung aus Ziegenkäse hergestellt, darf keine Kuhmilch enthalten sein. Ihr Einkauf als Milcheiweißallergiker wird also zukünftig länger dauern, da Sie penibel genau die Zutatenliste auf den Verpackungen studieren müssen.

Im Zweifelsfall verzichten Sie besser auf ein Produkt und lassen es im Laden.

Welche Produkte enthalten Milcheiweiß?

Hier eine komplette Liste aller Lebensmittel mit Milcheiweiß aufzuführen, ist schier unmöglich. Als Faustregel können Sie sich aber merken, dass sämtliche Kuhmilchprodukte wie

  • Quark
  • Sahne
  • Joghurt
  • Käse
  • Voll- und Magermilch

ab sofort tabu sind. Besondere Vorsicht ist auch bei Fertiggerichten geboten, weil man in diesen nicht immer Molkeneiweiß vermutet.

Alternativen zu Milchprodukten

Es wird definitiv eine Umstellung werden, wenn Sie künftig auf Kuhmilchprodukte verzichten müssen. Dass uns einige Lebensmittel nicht schmecken, ist nicht immer eine Frage der Geschmacksnerven, sondern reine Kopfsache. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, können Sie auch trotz Milcheiweißallergie lecker schlemmen. Die Internetseite mitohnekochen.com bietet eine Vielzahl milchfreier Rezepte für Frühstück, Mittagessen oder zwischendurch. Kuhmilch wird dabei häufig durch Schaf-, Mandel- oder Reismilch ersetzt.

Calcium- und Eiweißbedarf ohne Milch abdecken

Kuhmilch enthält 125mg Calcium und rund 3,4g Eiweiß pro 100g. Liegt eine Milcheiweißallergie vor, müssen beide Nährstoffe dem Körper zugeführt werden, um der Gesundheit nicht zu schaden. Eiweißmangel kann unter anderem Muskelschwäche, Haarausfall und Fettleber hervorrufen. Ein Mangel an Calcium begünstigt unter anderem Störungen des Herzrhythmus, der Verdauung und des Knochenstoffwechsels. Deshalb ist es wichtig, dass der Körper bei einer kuhmilchfreien Ernährung weiterhin ausreichend Eiweiß und Calcium erhält.

Lebensmittel mit hohem Eiweißgehalt

Getreide, Fisch und Fleisch sind ausgezeichnete Eiweißspender. Zum Beispiel enthalten 100g Haferflocken schon 12g Eiweiß, Hähnchenfleisch mit 20g pro 100g sogar noch mehr.

Lebensmittel mit hohem Calciumgehalt

Calciumhaltiges Mineralwasser gleicht dessen Mangel aus. Aber auch Obst wie Erdbeeren und Brombeeren sind gute Calciumlieferanten. Bei den Gemüsesorten sind besonders Brokkoli und Blattspinat zu empfehlen. Oder Sie gleichen den Calciummangel durch Walnüsse aus (98mg / 100g). Eine umfangreiche Tabelle mit dem Calciumgehalt von Lebensmitteln gibt es hier.


Bildnachweise: © istetiana - Fotolia.com, © kasto - Fotolia.com

Weitere interessante Artikel

Kommentiere diesen Haushaltstipp

Bitte füllen Sie alle Felder aus