Wie sich Eltern während der ersten Liebe verhalten sollten

Wie sich Eltern während der ersten Liebe verhalten sollten

Irgendwann ist es soweit, ein erster Freund oder eine erste Freundin wird von Ihrem Kind mit nach Hause gebracht. Der Zeitpunkt für die erste Liebe und ein erstes Mal liegt heutzutage in den meisten Fällen deutlich früher als Sie es aus ihrer eigenen Jugendzeit noch kennen mögen.

Die erste Liebe steht vor der Tür

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Jugendliche mit dreizehn Jahren ihr erstes Date haben, ihre erste große Liebe mit nach Hause bringen und mit fünfzehn oder sechzehn Jahren das erste Mal Geschlechtsverkehr haben. Im Allgemeinen ist es sehr wichtig, in solchen Situationen angemessen zu reagieren, um die Gefühle des Jugendlichen nicht zu verletzen. Wenn Sie versuchen, möglichst offen mit Ihrem Kind über die neue Situation zu sprechen und auch den Geschlechtsverkehr dabei nicht auszuklammern, kann dies das gegenseitige Vertrauen sehr positiv beeinflussen. Es ist von großer Bedeutung, dass ihr Kind gut über Verhütung und alles, was ein erstes Mal betrifft, informiert ist und dementsprechend auch selbstbewusst Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen kann. Wenn Sie dagegen versuchen, Ihrem Kind die Beziehung zu verbieten, erreichen Sie in den meisten Fällen nur, dass dieses sich heimlich mit seinem Freund oder seiner Freundin trifft..

Nicht immer bedeutet die erste Liebe und ein erster Kuss auch das erste Mal

Dabei muss es überhaupt nicht der Fall sein, dass schon beim ersten Freund oder bei der ersten Freundin sexuelle Handlungen eine große Rolle spielen. Vor allem wenn die Jugendlichen noch jünger sind, spielen sich die meisten Verliebtheiten auf der Basis von Partnerschaftlichkeit, Händchenhalten und der Frage: „Wie küsst man richtig?“ ab. Die Verliebten genießen gemeinsam die Zeit, üben richtig küssen und fühlen sich sehr erwachsen, denn gerade im jüngeren Jugendlichenalter gilt es oft auch als Statussymbol, einen Freund oder eine Freundin zu haben. Oft ist eine solche erste Beziehung auch genauso schnell vorbei wie sie begonnen hat. Dennoch handelt es sich gleichzeitig um eine sehr wichtige Erfahrung für das Kind bzw. den Jugendlichen, welche das Selbstbewusstsein im Umgang mit dem anderen Geschlecht stärkt.

Halten Sie sich unbedingt raus

Sind die Jugendlichen schon etwas älter, sollten Sie vor allem Diskretion walten lassen und nicht versuchen, sich in etwaige Beziehungsangelegenheiten einzumischen. Auch wenn Sie den Freund oder die Freundin Ihres Kindes zunächst nicht mögen, sollten Sie die Entscheidung Ihres Nachwuchses akzeptieren. Darin liegt ein wichtiger Schritt im Abnabelungsprozess vom Elternhaus, der für die Jugendlichen unentbehrlich ist. Plötzlich sind Sie als Eltern nicht mehr die wichtigsten Bezugspersonen im Leben Ihres Kindes. Eine Situation, an die sich viele Väter und Mütter erst einmal gewöhnen müssen. Wenn sich dann aber erstmal eine gewisse Vertrautheit zwischen dem jungen Paar und dem Rest der Familie entwickelt hat, kann dies eine sehr schöne Situation darstellen.

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Generell sind solche Beziehungskonstellationen mit einem extrem großen Altersunterschied aber eher selten.

Strafbaren Handlungen vorbeugen

Ein Eingreifen in die Beziehung Ihres Kindes wird unter Umständen dann nötig, wenn dieses unter vierzehn Jahre und der Freund oder die Freundin über vierzehn ist, denn in einem solchen Fall sind sexuelle Handlungen die über einen Kuss hinausgehen strafbar, da bis zu einem Alter von vierzehn Jahren der Status eines Kindes besteht. Bedenklich ist auch die Situation, wenn ein großer Altersunterschied vorhanden ist, zum Beispiel wenn ihre jugendliche Tochter einen deutlich älteren Freund besitzt. Hier sollten sie sehr behutsam mit Ihrer Tochter über die bestehende Situation reden und versuchen herauszufinden, ob der vermeintliche Freund vielleicht nur die Naivität der Jugendlichen in irgendeiner Weise für das 1. Mal auszunutzen versucht.

Wenn die Beziehung zu Ende ist

Wenn die Beziehungen zwischen den Jugendlichen nach einer gewissen Zeit in die Brüche gehen, was meistens der Fall ist, herrscht zunächst einmal Trennungsschmerz und Liebeskummer. Versuchen Sie jetzt nicht, mit guten Ratschlägen auf ihr Kind einzureden, wenn es diese nicht selbst einfordert. Häufig wollen die Jugendlichen ihren Liebeskummer und Trennungsschmerz lieber mit ihren Freundinnen oder Freunden besprechen, was ebenfalls zu einem normalen Entwicklungsprozess gehört. Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass Sie bei Bedarf für ihr Kind da sind und vertrauensvoll seine Probleme und Gefühle ernst nehmen.


Bildnachweise: © Jürgen Fälchle - Fotolia.com

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