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Schimmelpilzallergie - Welche Formen gibt es
Die Schimmelpilzallergie hat in ihrer Häufigkeit sowohl die Hausstaubmilben als auch die Polenallergie längst überholt. Oftmals sind Schimmelpilze aber auch die tatsächlichen Auslöser für andere Allergien und so ist die vermeintliche Pollen- oder Lebensmittelallergie tatsächlich auf Schimmelbefall zurückzuführen und die Allergie hierdurch erst begründet.
Was ist die Schimmelpilzallergie?
Die Schimmelpilzallergie zeigt sich durch eine überempfindliche Reaktion auf die Sporen der Schimmelpilze. Der Kontakt mit menschlicher Schleimhaut veranlasst die Sporen, bestimmte Substanzen freizugeben. Diese können bei Allergikern zu Husten, lang anhaltenden Niesanfällen, fließendem Schnupfen, Hautausschlägen oder sogar asthmatischen Anfällen führen. Besonders häufige und intensive allergische Reaktionen lösen sowohl der Aspergillus, der Cladosproium sowie der Alternaria aus.
Warum ist die Schimmelpilzallergie so riskant?
Tatsache ist, dass sich Schimmelpilze im gesamten menschlichen Umfeld befinden. Gehäuft treten sie jedoch dort auf, wo warme und feuchte Bedingungen herrschen und wo zudem organische Stoffe zur Ernährung der Schimmelpilze zu finden sind. So finden sich Schimmelpilze sowohl auf Lebensmitteln, auf Tapeten, Papier, auf Stoff oder sogar auf Pflanzen, die sich im Keller, in der Küche oder im Bad befinden. Und auch der Kühlschrank bleibt von Schimmelpilzen nicht verschont, die dann auch schnell auf die Lebensmittel übergehen. Die Aufnahme der Sporen, die der Fortpflanzung der Schimmelpilze dienen, findet dann über das Einatmen oder sogar die Nahrungsaufnahme statt. Im schlimmsten Falle geschieht dies in gehäufter Form, was die Allergie letztlich mit auslösen kann. Bei Allergikern sorgen dann selbst kleinste Mengen von Sporen für intensive allergische Reaktionen bis hin zum Allergieschock.
Die Diagnose der Schimmelpilzallergie ist schwierig
Es ist nicht leicht, eine Schimmelpilzallergie nachzuweisen. Wichtig ist zunächst die Eigenbeobachtung des Patienten. Bei welchen Gelegenheiten treten Niesanfälle, tränende Augen, Atembeschwerden oder andere Symptome auf? Besonders intensive Belastungen durch Schimmelsporen sind generell zwischen Mai und Oktober vorhanden. Darüber hinaus ist eine Unterscheidung zwischen nächtlichen und am Tage auftretenden Beschwerden zu treffen, denn es gibt sowohl tag- als auch nachtaktive Schimmelpilze, die eben zu diesen Zeiten ihre Sporen freisetzen.
Wie wird die Schimmelpilzallergie ausgelöst?
Der häufigste Auslöser für Schimmelpilzallergien ist durch das Einatmen der Sporen gegeben. Allerdings sind auch Lebensmittel häufig – oft absichtlich – mit Schimmelpilzen versorgt, da dies häufig produktionstechnische Hintergründe hat. So können allergische Menschen schon beim Genuss von Bier oder aber einem schimmelhaltigen Käse wie Camembert häufig schon Beschwerden bekommen. Neben den genannten Symptomen sind auch noch Bauchschmerzen und Durchfall und Erbrechen oder auch Migräneanfälle häufig die Symptome, die auf eine Schimmelpilzallergie hinweisen können und die nicht selten nach dem Genuss von schimmelpilzhaltigen Lebensmitteln auftreten.
Therapien gegen Schimmelpilzallergien
Wird von einem Allergologen die Schimmelpilzallergie diagnostiziert, stehen zahlreiche spezielle Behandlungsmöglichkeiten für die Therapie zur Auswahl. Grundsätzlich ist die Medikamentierung von einem absoluten Kontaktverbot zu Schimmelpilzen begleitet. Auch auf Lebensmittel, die mit an sich unschädlichen Schimmelpilzen hergestellt werden, muss dann unbedingt verzichtet werden. Neben der Medikamentengabe für die Behandlung akuter Symptome wird häufig auch eine Diät verordnet. Hier werden allergieverdächtige Nahrungsmittel komplett vom Speiseplan gestrichen. Die konsequente Durchführung der Diät ist aber sehr schwierig, denn grundsätzlich sind erst einmal alle Nahrungsmittel häufig mit Schimmelpilzallergenen befallen, die einfach nur nicht sichtbar sind. Wichtig ist, dass Allergiker Obst und Gemüse nur gewaschen und auch geschält oder aber abgekocht verzehren.
10 weitere Maßnahmen zur Behandlung der Schimmelpilzallergie
- Wichtig ist regelmäßiges Lüften der Wohnung, damit Feuchtigkeit und somit die perfekte Lebensgrundlage für Schimmelpilze nicht gegeben sind.
- Wichtig ist auch die Entfernung von im Winter gern verwendeten Luftbefeuchtern, denn diese stellen perfekte Lebensräume für Schimmelpilze dar.
- Stockflecken in Bad und Küche sollte sofort erkannt und entfernt werden. Wasserschäden und Kondenswasserbildung sollte im Haus generell vermieden werden.
- Holzverkleidungen und Kacheln bieten für Schimmelpilze beste Lebensgrundlagen.
- Allergikersollten Zimmerpflanzen aus dem Haus verbannen. Besonders Hydrokulturen sind für Allergiker echtes Gift.
- Küchenabfälle sollten Sie schnellstmöglich aus der Küche entfernen.
- Die Obst- und Gemüselagerung sollten ausschließlich im Kühlschrank stattfinden. Der Kühlschrank sollte dabei etwa alle 2 Wochen mit Essigwasser ausgewaschen werden.
- Allergiker sollten Gartenarbeiten, die mit Kompostkontakten oder der Berührung von abgeschnittenen Planzenteilen in Zusammenhang stehen, absolut vermeiden.
- Auch das Rasenmähen ist für Allergiker der Schimmelpilzallergie tabu, denn die Sporen werden auf der Wiese durch das Mähen aufgewirbelt und so direkt vom Allergiker eingeatmet.
- Auch Fugen von Boden- oder Wandfliesen in Küche und Bad sollten regelmäßig auf Schimmelbildung untersucht und gegebenenfalls mit speziellen Schimmelvernichtern entfernt werden. Regelmäßige Ausbesserung der Fugen ist für Allergiker Pflicht, damit Risse in den Fliesenfugen den Schimmelpilzen keinen Lebensraum bieten können.
Die Schimmelpilzallergie ist schon allein deshalb eine so komplizierte Allergie, da Schimmelpilze zum Lebensumfeld des Menschen dazu gehören und somit in praktisch allen Bereichen zu finden sind. Selbst harmlose Schimmelpilze oder Sporen in nur geringer Ausbreitung können bei Allergikern schließlich zu Beschwerden führen.
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