Schimmel vorbeugen – 5 Tipps & Tricks

Schimmel vorbeugen – 5 Tipps & Tricks

Schimmelbildung ist ein Phänomen, das leider in vielen Wohnungen auftritt. Was Sie tun können, damit der gefährliche Pilz gar nicht erst entstehen kann, erfahren Sie mit unseren 5 Tipps zur Schimmelvorbeugung.

Wer ist Schuld am Schimmel?

Hat sich erst einmal Schimmel in den Wohnräumen gebildet, entsteht schnell der erster Streit zwischen Mieter und Vermieter. Schuldzuweisungen werden hin und her geschoben und niemand will so richtig die Verantwortung für die Bildung des gesundheitsschädigenden Pilzes übernehmen. Die Wahrheit liegt hier manchmal in der Mitte, denn sowohl die Bauweise des Hauses als auch das Verhalten der Mieter können Schimmelbildung begünstigen. Aber auch bei ungünstigen Wohnverhältnissen haben Mieter und Hausbesitzer Möglichkeiten, um der Schimmelbildung vorzubeugen. Wie das geht? Wir haben 5 Tipps, mit denen Sie erfolgreich Schimmel in Wohnräumen entgegen wirken können.

Tipp 1: Richtiges Lüften

Das Lüften ist eine der wichtigsten Aufgaben, wenn dem Schimmel vorgebeugt werden soll. Leider ist es noch immer so, dass in vielen Wohnungen schlicht und einfach falsch gelüftet wird. Viele Menschen verstehen unter gründlichem Lüften auch, dass Fenster dauerhaft gekippt sind, so dass ständig Luft zirkulieren kann. Genau diese Art des Lüftens ist es aber, die Schimmelbildung begünstigen kann. Im Winter kühlen die Räume und Wände dadurch aus und Feuchtigkeit kann ungehindert eindringen, was die Schimmelbildung begünstigt. Im Sommer ist das geöffnete Fenster während des Tages ebenfalls die perfekte Basis, um Luftfeuchtigkeit eindringen zu lassen.

Achtung
Vermeiden Sie gekippte Fenster. Sie sollten nur für eine kurze Belüftung genutzt werden.

Die beste Art zu lüften besteht nach Meinung von Experten darin, dass das sogenannte Stoßlüften durchgeführt wird. Hier werden für etwa vier bis fünf Minuten lang sämtliche Fenster und Türen in Wohnung oder Haus geöffnet, damit ein intensiver Luftaustausch stattfinden kann. Danach werden alle Fenster wieder verschlossen und nicht etwa zusätzlich angekippt.

Lüften Sie unbedingt auch bei Regenwetter. Die Außenluft, die hier in die Wohnung dringt, ist trotzdem noch trockener als die deutlich wärmere Innenluft. Besonders wichtig ist die gute Belüftung beim Kochen, Wäsche trocknen oder anderen Aufgaben, die mit viel Feuchtigkeitsbildung zu tun haben. Beim Kochen ist das gekippte Fenster übrigens die günstige Möglichkeit, den Kippmechanismus auch sinnvoll zu nutzen.

Tipp 2: Richtiges Heizen

Die Wohnungstemperatur spielt für die Schimmelbildung auch eine wesentliche Rolle. Noch immer existiert das Gerücht, dass Schlafzimmer nicht geheizt werden sollen, weil dies der Gesundheit und dem Schlaf schade. Zwar ist es richtig, dass ein Schlafzimmer nicht überheizt sein sollte, die Heizung komplett abschalten ist aber die falsche Lösung. Während einer Nacht stößt ein einzelner Mensch mehrere Liter Feuchtigkeit durch Schwitzen und Atmung aus. Diese setzt sich an kalten Schlafzimmerwänden ab und begünstigt bei schlechter Beheizung die Schimmelbildung.

So sollten Wohnbereich und Küche während des Tages auf 20 Grad Celsius geheizt sein und auch im Schlafzimmer sollte die Raumtemperatur am Tage 18 Grad Celsius, in der Nacht 14 bis 16 Grad Celsius nicht unterschreiten. Das Bad als feuchtester Raum sollte eine Temperatur von 21 Grad Celsius aufweisen, damit Feuchtigkeit schnell abtrocknet und Schimmelbildung unterbunden wird. Außenwände sollten nicht kälter als 15 Grad werden, da sonst auch hier eine Schimmelbildung durch Kondenswasser begünstigt wird.

Schalten Sie Ihre Heizungen daher auch bei Abwesenheit im Winter – beispielsweise während des Urlaubs – nie komplett ab.

Lassen Sie Ihre Heizung lieber reduziert eingeschaltet. Zudem ist es neben der Unterbindung von Schimmelbildung auch preiswerter, eine niedrige Temperatur konstant zu halten als eine ausgekühlte Wohnung wieder auf angenehme Temperaturen zu bringen.

Tipp
In Wohnungen, die ohnehin zu Schimmelbildung neigen, kann die Anschaffung eines Hygrometers sehr sinnvoll sein.

Tipp 3: Luftfeuchtigkeit kontrollieren

In einigen Häusern ist die Luftfeuchtigkeit von Natur aus höher als in anderen. Das ist nicht zuletzt durch die Bauweise beeinflusst. Wichtig ist, dass die Luftfeuchtigkeit in den Räumen niemals 55 bis 65 Prozent überschreitet. Nur kurzfristig bis zu maximal zwei Stunden darf die Luftfeuchtigkeit auf 65 Prozent ansteigen. Die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren, ist inzwischen relativ einfach. Hygrometer sind in unterschiedlichen Formen und Designs erhältlich, nehmen dabei nicht mehr Platz als ein Reisewecker ein und zeigen zuverlässig und ständig die Luftfeuchtigkeitswerte an.

Tipp 4: Möbel sinnvoll aufstellen

In Wohnungen, die zu Schimmelbildung neigen, sollten größere Möbel wie die Schrankwand mit einigen Zentimetern Abstand zur Wand aufgestellt werden, damit die Umlüftung weiterhin gegeben ist und der Schimmel hinter der abgeschlossenen Fläche keine Chance hat. Liegt die Außenwandtemperatur dauerhaft unter 15 Grad, sollten hier lieber keine großflächigen Möbel aufgestellt werden.

Tipp 5: Bad

Im Bad sollten Fugen regelmäßig kontrolliert werden. Rissstellen begünstigen nämlich die Schimmelbildung, wobei sich der Schimmel aus diesen kaputten Fugen nicht mehr komplett entfernen lässt. Tropfwasser aus Wasserabläufen kann die Schimmelbildung auch begünstigen. Hier sollten regelmäßig die Dichtungen kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Bei Bädern ohne Fenster sollte die Raumtemperatur gerade dann, wenn sie sich im äußeren Bereich der Wohnung befinden, regelmäßig kontrolliert werden.

Schimmelbildung in der Wohnung oder dem Haus ist immer unschön und vor allem gesundheitsschädigend. Mit geringem Aufwand können Sie diesem Risiko allerdings erfolgreich entgegenwirken. Halten Sie sich einfach an unsere Tipps. So kann auch eine Wohnung, die aufgrund ihrer Bauweise grundsätzlich zur Schimmelbildung neigt, frei von Schimmel gehalten werden.


Bildnachweise: © Ivan Kruk - Fotolia.com

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