Wie Kinder Regeln lernen

Wie Kinder Regeln lernen

Kinder brauchen Grenzen, um sich in der Welt orientieren zu können. Diese sinnvoll und stressfrei zu setzen, ist nicht immer einfach und verursacht schnell Wutanfälle. Wie Sie es trotzdem schaffen, lesen Sie hier.

Regeln sind wichtig

Grenzen werden Kindern im Allgemeinen durch bestimmte Regeln vermittelt, die sie zuerst im Elternhaus, später dann im Kindergarten und in der Schule erlernen. Dabei gehört es auch zu der normalen Entwicklung eines Kindes, sich nicht immer an die Regeln zu halten, bzw. gezielt gesetzte Grenzen zu überschreiten. Bereits in den ersten Lebensjahren, meist in einem Alter von etwa zwei bis drei Jahren, beginnen kleine Kinder, sich den Anweisungen ihrer Eltern zu widersetzen. Man bezeichnet diese Phase auch als die Trotzphase. Das Wort Nein gehört in dieser Zeit zum Standardrepertoire. Die Kinder erkunden auf diese Art und Weise ihre Welt und deren Reaktionsmechanismen und beginnen, ihr eigenes Verhalten im Bezug auf andere zu begreifen. Jetzt ist es für Eltern besonders wichtig, Konsequenz an den Tag zu legen, damit die Kinder von Anfang an lernen, dass bestimmte Dinge bei einer Weigerung ihrerseits trotzdem passieren. Je schneller Eltern nachgeben und  Grenzen vernachlässigen, umso schwerer ist es für die Kinder dann später, Regeln zu lernen und diese einzuhalten.

Ständige Verbote erzeugen Trotzreaktionen

Regeln Lernen soll dabei aber auch nicht bedeuten, dass Sie ihrem Kind von vorneherein alles verbieten. Immerhin bewirken Verbote in den meisten Fällen nur zusätzliche Trotzreaktionen. Generell ist es sehr wichtig, dass Kinder die Mehrheit der aufgestellten Regeln auch wirklich verstehen und nachvollziehen, was allerdings in vielen Fällen nur durch selbst gemachte Erfahrungen funktioniert. Bietet sich dies in einer bestimmten Situation an, so lassen Sie ihr Kind ruhig einmal selbst die negative Erfahrung machen, damit es danach die darauf bezogene Regel versteht.

Negative Erfahrungen sollten Sie natürlich nur bei Dingen zulassen, die Ihr Kind nicht unnötig in Gefahr bringen.

Gemeinsam Regeln erarbeiten

Ältere Kinder sind auch häufig eher bereit, Regeln zu akzeptieren, wenn sie das Gefühl haben, an der Aufstellung derselben beteiligt zu sein. Dies ist besonders bei Dingen der Fall, welche die persönlichen Bereiche der Kinder betreffen. Das kann das eigene Zimmer oder auch der Freundeskreis sein. Hier sollten die Eltern versuchen, sich gemeinsam mit ihren Kindern auf gewisse Regeln zu verständigen, beispielsweise was das Aufräumen oder auch das Treffen mit Freunden angeht. So fühlen sich die Kinder von ihren Eltern ernst genommen und lernen gleichzeitig selbständiges und verantwortungsbewusstes Handeln.

Info
Der frühe Kontakt mit anderen Kindern vor allem auch für Einzelkinder sehr wichtig, da der gegenseitige Lerneffekt in diesem Bereich nicht zu vernachlässigen ist.

Soziale Kompetenz durch frühe Kontakte mit anderen Kindern

Kindergarten und Schule sind ebenfalls Orte, an denen Kinder Regeln lernen und befolgen müssen. Sind sie schon von Zuhause aus an gewisse Regeln und Grenzen gewöhnt, fällt es ihnen auch außerhalb des Elternhauses meist nicht allzu schwer, sich in eine von Regeln geprägte Gemeinschaft einzufügen. Dabei ist auch der Kontakt zu anderen Kindern ein sehr wichtiger Faktor. Bestimmte Dinge regeln sich nämlich auch im sozialen Umgang mit anderen quasi von allein. So lernen die Kinder ebenfalls unbewusst das Einhalten von bestimmten Regeln und Grenzen, was das soziale Miteinander angeht. Einzelkinder haben es in diesem Bereich meist etwas schwerer, da sie sich Zuhause nicht mit Geschwistern auseinandersetzen müssen und die erzieherischen Maßnahmen der Eltern nur für sie alleine gelten.

Ständige Regelüberschreitungen

Kinder, die Regeln immer wieder ganz bewusst überschreiten und dabei sich und andere möglicherweise in Gefahr bringen, tun dies meist nicht ohne Grund. Oft sitzt die Ursache hier etwas tiefer. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie dem nachspüren – vor allem, wenn das regelverletzende Verhalten über den normalen Rahmen der jeweiligen Entwicklungsphase hinausgeht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, sowie mit seinen Lehrern und Erziehern. Reicht das nicht aus, sollten Sie unter Umständen auch über gewisse beratende und therapeutische Maßnahmen nachgedacht werden.


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