Mietminderung – Wann ist sie zulässig?

Mietminderung – Wann ist sie zulässig?

Mieter hören immer wieder mal das Wort Mietminderung. Doch viele wissen nicht, wie sie diese anwenden können. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie eine Mietminderung durchsetzen können.

Mängel müssen sofort gemeldet werden

Prinzipiell gilt: Eine Miete mindern können Sie nur, wenn an der Wohnung ein Mangel besteht, dieser Mangel dem Vermieter mitgeteilt wurde, dieser aber nicht aktiv geworden ist, um den Mangel zu beseitigen. Der Mangel muss die Wohnqualität erheblich beeinträchtigen und Sie dürfen nicht selbst dafür verantwortlich sein. In der Vergangenheit gab es viele Prozesse, bei denen es um genau dieses Thema ging.

Wann darf ein Mieter die Miete kürzen?

Ein Mangel liegt vor, wenn Sie Ihre Wohnung nicht so nutzen können, wie Sie es möchten bzw. wie Sie es nach Mietvertrag zu erwarten haben. Zu solchen Mängeln zählen allerdings nicht Mängel, die vollkommen unerheblich sind, wie z.B. ein Haarriss in der Zimmerdecke. Sie als Mieter können selbst je nach Schaden bzw. Beeinträchtigung des vertragsmäßigen Gebrauchs der Wohnung zwischen einem und 100 Prozent der Miete abziehen. Hier ein paar Beispiele, wie viel Sie bei welchem Mangel mindern können:

» Heizungsausfall, vor allem im Winter = 100 Prozent
» Stromausfall = 100 Prozent
» Toilette unbenutzbar = 50 Prozent
» Küche unbenutzbar = 50 Prozent
» Wohnzimmer unbenutzbar = 30 Prozent
» Schimmel in der Wohnung = 20 Prozent
» Fenster und Türen sind undicht = 20 Prozent
» Baulärm vom Nachbargrundstück = 20 Prozent
» Bauarbeiten mit Gerüst und Plane vor den Fenstern = 15 Prozent
» Permanente Störung des Fernsehempfangs = 10 Prozent

Dauer der Mietminderung

Was Sie grundsätzlich wissen sollten ist, dass Sie eine Mietminderung nicht bei Ihrem Vermieter beantragen müssen, d.h. Sie brauchen nicht die Zustimmung Ihres Vermieters. Ihr Vermieter muss sich mit der Mietminderung nicht einverstanden erklären. Per Gesetz tritt die Mietminderung nämlich automatisch ab dem Tag, an dem Sie den Mangel gemeldet haben, ein. Dabei kann die Mietminderung ab Anzeige des Mangels bis zur Beseitigung dessen geltend gemacht werden.

Schicken Sie Ihrem Vermieter einen Brief

Mängel sollten Sie Ihrem Vermieter am besten immer schriftlich mitteilen, denn in einem Streitfall können Sie so beweisen, dass Sie die Mängel wirklich beim Vermieter gemeldet haben. Senden Sie am besten einen Brief per Einschreiben mit Rücksendeschein oder geben Sie diesen persönlich beim Vermieter ab. Setzen Sie am besten auch eine Frist zur Beseitigung der Mängel.

Was sollte man machen, wenn der Vermieter die Mängel nicht beseitigt?

Weigert sich Ihr Vermieter die Mängel zu beheben, dann können Sie auch zusätzlich zur Mietminderung einen Teil der Miete zurückhalten. Das heißt konkret: Sie können so lange einen Teil der Miete zurückhalten, bis die Mängel beseitigt wurden. Anschließend müssen Sie das Geld an Ihren Vermieter zurückzahlen. Bevor Sie sich auf dieses Zurückhaltungsrecht berufen, sollten Sie sich über diese Maßnahme aber am besten erst einmal gründlich beraten lassen.

Beseitigen Sie die Mängel am besten nicht selbst

Möchten Sie die Mängel selbst beheben, dann sollten Sie Ihren Vermieter darüber vorher immer informieren. Es kann sonst nämlich passieren, dass Sie auf den Kosten sitzen bleiben. Ein Vermieter sollte immer die Möglichkeit haben, selbst die Mietsache auf Mängel zu überprüfen und dann zu entscheiden, was dagegen gemacht werden kann.

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Bildnachweise: © Heiko Küverling - Fotolia.com

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