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Streitende Kinder – Tipps für den richtigen Umgang

Streitende Kinder – Tipps für den richtigen Umgang Streit ist unter Kindern jeden Alters zunächst einmal völlig normal. Kinder streiten sich in vielen Fällen ebenso schnell, wie sie sich auch wieder vertragen, und die Gründe für einen Streit sind meist kurz nach demselben schon wieder vergessen. Streit hat bei Kindern auch durchaus eine wichtige Funktion für ihre Entwicklung, denn nur so können sie lernen, sich mit anderen Menschen auseinander zu setzen und eine angemessene Streitkultur zu entwickeln.


Nicht immer müssen Eltern eingreifen

Generell ist es für Eltern wichtig, bestimmte Strategien im Umgang mit Streit unter Kindern zu entwickeln. So sollten Sie als Eltern nicht in jeden Streit ihrer Kinder eingreifen, denn sonst können die Kleinen nicht selbst die Fähigkeit entwickeln, Konflikte angemessen auszuagieren. Dennoch gibt es bestimmte Streitsituationen, in welchen Sie eingreifen sollten. Zum einen ist ein Eingreifen erforderlich, wenn die Streitigkeiten handgreiflich werden, denn Kinder sollten von Anfang an lernen, dass Gewalt nicht zu einer angemessenen Streitkultur gehört. Dabei streiten sich vor allem kleinere Kinder oft über Handgreiflichkeiten wie Schlagen, Kratzen, Beißen oder an den Haaren ziehen, da sie noch nicht über die verbale Ausdrucksfähigkeit verfügen, sich nur mit Worten zu streiten. In diesem Fall ist ein Eingreifen unvermeidbar. Ältere Kinder dagegen sind häufig schon in der Lage, ihre Streitigkeiten verbal auszutragen, so dass Sie nicht sofort in dieselben eingreifen müssen. Dabei sollten natürlich gewisse Grenzen, was beispielsweise die Benutzung von Schimpfworten angeht, konsequent eingehalten werden. Im Allgemein sollten Sie auch verfolgen, wie häufig und in welcher Konstellation Streitigkeiten bei Kindern auftreten. So sollten Streitigkeiten nicht darauf hinauslaufen, dass kleinere Kinder von Älteren regelrecht unterdrückt werden, oder dass es zu einem gezielten Mobbing einzelner Kinder kommt. In der Regel entstehen solche Streitsituationen eher in größeren Gruppen wie in der Schule, so dass Sie sich bei Fragen auch an die betreuenden Pädagogen wenden sollten.

Streitschlichter oder Mediatoren an Schulen

In vielen Schulen werden mittlerweile auch Kinder und Jugendliche zu so genannten Streitschlichtern ausgebildet, die gezielt Konflikte zwischen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern lösen helfen. Dabei verpflichten sich die Streitparteien in den meisten Fällen freiwillig zu einer Klärung des Konfliktes, wobei aber immer eine Begleitung des Lösungsprozesses durch Lehrerinnen und Lehrer erfolgt. Letztendlich liegt aber auch den so genannten Streitschlichter-Programmen der Ansatz zugrunde, dass Kinder und Jugendliche lernen müssen, ihre Konflikte und Streitigkeiten möglichst eigenverantwortlich und vor allem verantwortungsbewusst zu lösen.

Ständiger Streit als Ausdruck für Probleme

In manchen Fällen ist es auch bei einzelnen Kindern zu beobachten, dass diese immer wieder in Streitigkeiten involviert sind und durch ihr Verhalten Konflikte geradezu hervorrufen. In solchen Fällen sollten Sie das Verhalten des Kindes im Umgang mit anderen Kindern genauer beobachten und auch mit dem Kind über mögliche Ursachen für sein Benehmen sprechen. In vielen Fällen lassen sich schon im Gespräch die Gründe herausfinden und Lösungen erarbeiten. Haben Sie allerdings den Eindruck, dass die Ursachen für das streitlustige Benehmen des Kindes tiefer liegen oder nicht ganz einfach ersichtlich sind, sollten Sie sich auch nicht scheuen, eine professionelle Beratung aufzusuchen. So lassen sich dann mögliche Fehlentwicklungen bereits im Vorfeld auffangen und korrigieren. Dennoch sollten Sie sich bei häufigen Streitigkeiten ihres Kindes nicht sofort Sorgen um dessen Entwicklung machen, vor allem was den Streit unter Geschwistern angeht. Diese streiten sich vor allem in bestimmten Entwicklungsstadien sehr häufig, da Rivalität unter Geschwistern wichtig für die Abgrenzung und individuelle Entwicklung ist. In den meisten Fällen verringert sich die Frequenz dieser Konflikte mit zunehmendem Alter der Kinder, auch wenn sich viele Eltern, deren Kinder sich ständig zu streiten scheinen, ein Nachlassen der Konflikte nicht vorstellen können. Bestimmten Streitigkeiten kann man aber auch im Vorfeld vorbeugen, indem zum Beispiel jedes Geschwisterkind sein eigenes Zimmer oder auch seinen eigenen Bereich erhält. Auch ist es sehr wichtig, den Geschwistern das Gefühl zu vermitteln, dass sie gleich und fair behandelt und ernst genommen werden. So haben Sie als Eltern schon die ersten wichtigen Schritte auf dem Weg zum Streitschlichter unternommen.



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