Profiltiefe bei Winterreifen – Das sagt das Gesetz

Profiltiefe bei Winterreifen – Das sagt das Gesetz

Ist das Profil der Winterreifen zu weit runter gefahren, kann das Auto schnell an Bodenhaftung verlieren. Unfälle sind die Folge. Doch wie sind die Anforderungen an die Profiltiefe von Winterreifen?

Winterreifen sind unerlässlich, um sicher durch den winterlichen Straßenverkehr zu kommen. Dem gehen auch die meisten Autofahrer nach. Laut einer AutoScout24-Studie sind es nur 0,3 Prozent, die das Risiko eingehen und mit Sommerreifen durch den Winter schlittern (Quelle: Pressemitteilung AutoScout 24). Damit gefährden sie nicht nur sich selbst und andere Straßenteilnehmer, sondern auch ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg (siehe Bußgeldkatalog).

Sind Winterreifen Pflicht?

Laut Straßenverkehrsordnung (siehe StVO) sind die Reifen an die winterlichen Straßenverhältnisse anzupassen. Das bedeutet, dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte nur mit Reifen gefahren werden darf, die die in Anhang II Nr. 2.2 der Richtlinie 92/93/EWG beschriebenen Eigenschaften erfüllen. Diese Voraussetzungen erfüllen eben nur Winter- und Ganzjahresreifen mit M+S Kennzeichnung.

Wer also im Winter auf sein Fahrzeug angewiesen ist, sollte rechtzeitig die Sommerreifen gegen vernünftige Winterreifen eintauschen.

➤ Tipp

Einen vorgeschriebenen Zeitpunkt gibt es laut Gesetzesgeber für den Wechsel der Reifen nicht. Es gibt lediglich eine Empfehlung und die liegt in dem Zeitraum von O bis O – also von Oktober bis Ostern.

Winterreifen mit der richtigen Profiltiefe

Wer seine Winterreifen schon einige Jahre hat oder sie vereinzelt auch mal ein ganzes Jahr durchfährt hat den Nachteil, dass das Profil immer weiter abgefahren wird. Ab einer bestimmten Profiltiefe kann kein richtiger Grip mehr bei Matsch und Schnee aufgebaut werden, sodass das Auto schnell an Bodenhaftung verliert. Es kommt vermehrt zu Aquaplaning. Auch bei der Profiltiefe gibt der Gesetzesgeber Zahlen vor. Jedoch sind sich hier Gesetzesgeber und Automobilclubs nicht ganz einig.

Laut Paragraf 36 der StVZO muss das Profil umlaufend mindestens 1,6 mm aufweisen. Für den ADAC viel zu wenig. Schon bei etwa 4 mm sei ein sicheres Fahren nicht mehr gewährleistet (Quelle: ADAC).

» Meine Empfehlung: Wechseln Sie Ihre Winterreifen bei einer Tiefe von maximal 4 mm, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Profilttiefe regelmäßig messen

Um die Profilttiefe im Auge zu behalten, ist es ratsam diese regelmäßig zumessen. Dazu eignet sich ein spezieller Profiltiefenmesser. Diese kleinen Geräte sind nicht teuer und ersparen Ihnen regelmäßig Besuche in der Autowerkstatt.

» Meine Empfehlung: Überprüfen Sie alle 4 Wochen die Profiltiefe Ihrer Winterreifen.

Hier meine zwei Favoriten:

Digitaler Tiefenmesser mit LCD Anzeige

Bei diesem Gerät handelt es sich um einen batteriebetriebenen Tiefenmesser. Dieser wird nachdem er kalibriert wurde, auf den Reifen gesetzt und die Messerspitze nach unten in das Reifenprofil geschoben. Anschließend können Sie die Zahl auf dem LCD-Display ablesen.

Parkscheibe mit Eiskratzer und Profiltiefenmesser

Es geht aber auch einfacher und ohne zusätzliche Batterie. Ich habe in meinem Auto eine Parkscheibe zu liegen, bei der sich auf der Rückseite eine Profilmesser und sogar ein Einkaufschip befindet. Zusätzlich befindet sich an der Scheibe auch noch ein Eiskratzer. Also ein 4-in-1 Produkt.

Der Unterschied beim Ablesen liegt einzig und allein darin, dass man die Profiltiefe nicht angezeigt bekommt, sondern selbst ablesen muss.

Warum ist die Profiltiefe so wichtig?

Ob nun 3 mm oder 4 mm – was macht das schon für einen Unterschied? Einen sehr großen sogar!

Winterreifen haben eine hohe Elastizität. Sie passen sich optimal an den Untergrund an und erzeugen dabei eine formschlüssige Reibung. Hinzu kommt, dass sich der Schnee von der Fahrbahn in den Profilrillen sammelt und somit eine Schnee-auf-Schnee Reibung erzeugt, die eine noch bessere Haftung mit sich zieht.

Wenn das Profil dann aber mit der Zeit abnutzt, verhärten sich auch die Laufflächen und somit lässt auch die effektive Haftung nach. Viel schlimmer und für Autofahrer schneller spürbar ist aber der verlängerte Bremsweg.

Hier einmal zwei Beispiele:

Geschwindigkeit 100 km/h – Bremsen auf nasser Fahrbahn

Profil von 8 mm = 65,8 Meter Bremsweg
Profil von 4 mm = 71,6 Meter Bremsweg
Profil von 2 mm = 76,3 Meter Bremsweg

Geschwindigkeit 50 km/h – Bremsen auf Schnee

Profil von 8 mm = 26,2 Meter Bremsweg
Profil von 4 mm = 32,4 Meter Bremsweg
Profil von 2 mm = 37,6 Meter Bremsweg

Quelle: Tests von kfz-auskunft.de

Anhand dieser Beispiele sehen Sie, dass zwischen der gesetzlichen und der empfohlenen Profiltiefe ein verlängerter Bremsweg von 5,2 Meter entsteht. Diese Meter können Ihnen im schlimmsten Fall einen schweren Unfall ersparen.


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