Gaspreise sinken – Warum Verbraucher trotzdem leer ausgehen

Gaspreise sinken – Warum Verbraucher trotzdem leer ausgehen

Verfolgt man die altuelle Gaspreisentwicklung wird sichtbar, dass der Gaspreis seit Jahren sinkt. Doch der zahlende Kunde hat davon leider gar nichts.

Es dürfte niemandem entgangen sein, dass sich die Preise für Benzin und Diesel wieder auf einem verbraucherfreundlichen Niveau bewegen. Autofahrer tanken entspannter und auch der Ölpreis ist auf dem Sinkflug. Für einen Liter Heizöl zahlt man in Deutschland momentan durchschnittlich 0,39 Euro pro Liter inkl. Mehrwertsteuer. Verwunderlich ist dabei nur, dass die Gaskosten für den Verbraucher weiterhin unverändert hoch sind.

Gas ist ein Nebenprodukt bei der Ölförderung, man könnte also meinen, sinkt der Ölpreis muss auch der Gaspreis fallen. Im Prinzip ist das auch so, nur merkt der Kunde das nicht, weil die Preisersparnis kaum oder verzögert an den Kunden weitergegeben wird. Betrachtet man eine aktuelle Gaspreisstudie des Forschungsinstituts EnergyComment wird deutlich, wie viel Geld sich Gasversorger in die Tasche stecken bzw. was dem Bürger durch die Lappen geht.

Normalerweise muss der Kunde von den gesunkenen Importpreisen profitieren, in der Realität sieht es aber anders aus. Im letzten Jahr zahlten Verbraucher im Durchschnitt 6,38 Cent pro kWh. Hätten die Gasversorger die gesunkenen Preise an ihre Kunden weitergegeben, wären es nur 5,72 Cent pro kWh gewesen. Verständlich, dass Otto Normalbürger sich darüber ärgert, die Gaswirtschaft freute sich stattdessen über 1,3 Millarden Euro mehr.

Endverbraucher haben nicht viele Chancen gegen die „Willkür“ der großen Konzerne anzukommen. Trotzdem gibt es eine Möglichkeit die eigenen Gaskosten zu senken. Aus Bequemlichkeit bleiben viele Mieter und Hausbesitzer beim ortsansässigen Gasunternehmen – ein Fehler. Wer Preise vergleicht, kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Die günstigsten Anbieter in Ihrer Region sind hier zu finden. Wichtig ist dabei nur, dass Sie regelmäßig prüfen, ob und wie sich die Gaspreise verändert haben. Ein Wechsel ist weniger aufwendig, als Sie denken.

Lapidare Argumente: So rechtfertigen sich die Gasproduzenten

Die zunehmende Kritik in den Medien, weisen die Gasversorger wehement zurück. Der niedrige Preis beim Import des Gases kann nicht in vollem Umfang an den Kunden weitergeben werden, weil es sich dabei ja nicht um den Endpreis handle, so eine Sprecherin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Hinzu kämen noch Netzentgelte (Entgelte für die Nutzung des Strom- und Gasnetzes) in Höhe von gut 25 – 30 Prozent und zusätzlich 20 Prozent Steuern und andere Abgaben. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hält solche Aussagen allerdings für lapidare Ausreden.

Wir von haushaltstipps.net, mit Sitz in Brandenburg, spüren die Auswirkungen am eigenen Leib. Unser heimisches Bundesland ist das letzte Glied in der Kette, wenn man die Gaspreise deutschlandweit vergleicht. Brandenburg hat bisher am wenigsten von den sinkenden Preisen profitiert, wen wundert es da, dass hier im Gegenzug die Ersparnis bei einem Anbieterwechsel am größten ist.

Gaskosten sparen: 5 Alltagstipps

  1. Wohnung dauerhaft heizen

    Wer ausgekühlte Räume hochheizt, verbraucht mehr Energie! Stellen Sie besser eine konstante Raumtemperatur für alle Räume ein.

  2. Jedes Grad zählt

    Es ist nicht egal, ob Sie 21 oder 23 Grad Celsius eingestellt haben. Schon das Regulieren auf ein Grad weniger, bringt eine Ersparnis von bis zu sechs Prozent Ihrer Heizkosten.

  3. Heizkörper frei lassen

    Lange Vorhänge, dicke Sofas, alles Energiefresser, die Sie mit wenigen Handgriffen selbst beseitigen können. Erst wenn die Heizungsluft gut zirkulieren kann, wird sie auch optimal genutzt.

  4. Türen zu

    In der Heizperiode sollten Sie sich angewöhnen, die Türen zu schließen. Damit ist natürlich nicht nur die Außentür gemeint, sondern jeder einzelne Raum. So bleibt die Wärme da wo sie hingehört.

  5. Heizkörper entlüften

    Auch wenn Ihr Heizungsmonteur regelmäßig zur Wartung kommt, um die Heizkörper müssen Sie sich selbst kümmern. Hören Sie gluckernde Geräusche? Jetzt ist es an der Zeit den Heizkörper zu entlüften.

Videoanleitung: Heizkörper entlüften


Bildnachweise: © Wolfilser - Fotolia.com

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