Fettarme Frischmilch im Test – Verwirrung in der Milchwelt

Traditionelle Frischmilch oder länger haltbare Frischmilch – welche ist eigentlich besser? Stiftung Warentest hat 24 fettarme Frischmilchen getestet. Lesen Sie hier, welche fettarme Frischmilch im Test am besten abgeschnitten hat.

Wenn Sie durch die Regale im Supermarkt schlendern, dann werden Sie irgendwann auch an der Milch vorbeikommen. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viele unterschiedliche Milchsorten bzw. Milcharten es eigentlich gibt? H-Milch, traditionelle Frischmilch, länger haltbare Frischmilch, auch ESL-Milch genannt, u.v.m. Auf manchen Milchpackungen oder Flaschen befinden sich zudem noch Wörter wie pasteurisiert und homogenisiert, auf anderen finden Sie das Wort ultrahocherhitzt und wieder auf anderen Verpackungen finden Sie die Bezeichnung traditionell hergestellt. Na da soll doch mal jemand durchsehen. Stiftung Warentest hat jetzt 24 fettarme pasteurisierte Milchen getestet. Darunter 9 traditionelle und 15 länger haltbare Frischmilchen.

ESL-Milch ist sehr beliebt
Bei fast zwei Drittel aller frischen Milchen, die in Deutschland gekauft werden, handelt es sich um ESL-Milch. Dabei handelt es sich um länger haltbare Frischmilch. Sie ist circa zwei Wochen länger haltbar als die traditionell hergestellte Frischmilch. Diese ist nur höchstens 12 Tage haltbar. Im Test untersuchte Stiftung Warentest fettarme Milchen mit einem Fettgehalt von 1,5 bis 1,8 Prozent. Aber worin unterscheiden sich eigentlich traditionelle Frischmilch und länger haltbare Frischmilch genau?

  • Traditionelle Frischmilch: Diese Milch ist am wenigsten behandelt. Wie die länger haltbare Frischmilch wird auch diese Milch pasteurisiert. Sie wird bei circa 75 Grad schonend erhitzt. Dadurch ist sie aber nur 8 bis 12 Tage haltbar.
  • Länger haltbare Frischmilch: Diese Milch wird entweder auf bis zu 130 Grad erhitzt oder pasteurisiert und filtriert. Dadurch ist sie ungeöffnet rund drei Wochen haltbar.

Drei Gruppen konkurrieren im Test
Beim Filtrieren bzw. bei der Mikrofiltration handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, mit deren Hilfe die Haltbarkeit von Frischmilch weiter ausgedehnt werden kann. Über keramische Membranen werden bei diesem Verfahren Keime herausgefiltert. Im großen Milch-Test wurden also genau genommen drei Milchgruppen etwas genauer begutachtet: Traditionell hergestellte Frischmilch (kurzzeiterhitzt bis maximal 75 Grad), länger haltbare Frischmilch (mikrofiltriert und kurzzeiterhitzt bis maximal 75 Grad) und länger haltbare Frischmilch (hocherhitzt bis maximal 130 Grad).

Überzeugen konnte die mikrofiltrierte ESL-Milch
Einen klaren Gruppensieger konnte Stiftung Warentest nicht küren, denn in jeder einzelnen Gruppe schneiden mehrere Milchen gut ab. Überzeugt war Stiftung Warentest jedoch am meisten von der mikrofiltrierte ESL-Milch. Das Tolle an dieser Milch ist, dass sie wie jede andere Milch auch alle lebensnotwendigen Stoffe wie Eiweiße, Fett, Zucker und Kalzium liefert. Allein ein Glas Milch (200 Milliliter) ESL-Milch deckt ein Viertel des Tagesbedarfes an Kalzium.

Wo Bio drauf steht ist auch Bio drin
In puncto Aussehen, Geruch, Geschmack und Nachgeschmack können sich die Ergebnisse des Tests durchaus sehen lassen. Schließlich schnitten zwei von drei Milchen sehr gut ab. Stiftung Warentest überprüfte auch, ob auf allen Milchpackungen auf denen Bio drauf steht, auch wirklich Bio drin ist. Das lässt sich nämlich ganz leicht über den Gehalt der Alpha-Linolensäure in der Milch überprüfen. Je höher der Gehalt der Alpha-Linolensäure ist, desto mehr Grünfutter bekamen die Kühe. Bei allen Bio-Milchen im Test gab es hier nichts zu beanstanden.

Es gibt keinen klaren Vergleichssieger
Unter den traditionell hergestellten Frischmilchen schnitten die Frische fettarme Landmilch von Hansano und die Frische Landmilch von Landliebe am besten ab. Beide traditionell hergestellten Milchen erhielten das Qualitätsurteil SEHR GUT (1,5). Sie erhielten sowohl bei den Punkten schonende Wärmebehandlung, Schadstoffe und mikrobiologische Qualität die Note sehr gut.

Unter den länger haltbaren Frischmilchen (mikrofiltriert und kurzzeiterhitzt bis maximal 75 Grad) schnitt die Frische fettarme Milch von Tuffi mit dem Qualitätsurteil SEHR GUT (1,5) am besten ab. Auch sie erhielt sowohl bei den Punkten schonende Wärmebehandlung, Schadstoffe und mikrobiologische Qualität die Note sehr gut.

Unter den länger haltbaren Frischmilchen (hocherhitzt bis maximal 130 Grad) schnitt die Frische fettarme Milch von Penny/elite am besten ab. Als einzige Milch dieser Gruppe erhielt sie das Qualitätsurteil GUT (1,8).

Alle drei Gruppensieger sind rein in Geruch und Geschmack. Zudem sind alle drei Milchen vollmundig.

Fazit:
Hier also noch einmal alles kurz zusammengefasst: Traditionell hergestellte Frischmilch ist am wenigsten behandelt. Länger haltbare Frischmilch, welche bis maximal 130 Grad hocherhitzt wird, bietet einen soliden Gesamteindruck. Am meisten im Test überzeugen konnte jedoch die länger haltbare Frischmilch, die mikrofiltriert und kurzzeit bis 75 Grad erhitzt wird.

Am meisten gekauft wird in Deutschland aber die H-Milch. Der Grund dafür ist ganz einfach: H-Milch ist ungekühlt mehrere Monate lang haltbar. Das liegt daran, dass sie sehr stark erhitzt wurde.


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